31. Mai 2011

Top Ten Tuesday: Nachholen

Diese Woche gibt es bei Alice kein explizit neues Thema, dafür dürfen wir uns eines der letzten Dienstage aussuchen, das wir verpasst haben. Da das bei mir eine Menge sind, ist mir die Auswahl gar nicht so leicht gefallen. Ich habe mich dann aber für dieses hier entschieden:

Dienstag, 31. Mai 2011

10 Bücher, die ihr haben musstet, aber immer noch ungelesen in eurem Regal stehen

Ha, da hab ich eine ganze Menge! Leider bestelle und kaufe ich immer viel mehr Bücher, als ich zeitlich überhaupt lesen könnte. Da ich zudem in den letzten zwei Monaten relativ wenig gelesen habe (gut, der Mai ist mit 10 Büchern wieder etwas besser), geht mein SuB-Regal über vor Büchern, die ich alle am liebsten gleichzeitig lesen würde. Meine Top Ten sind hier aber folgende Schätze:

Lauren DeStefano - Wither

Eilis O'Neal - The False Princess

Veronica Roth - Divergent

Gail Carriger - Blameless

Patrick Ness - The knife of never letting go

Heather Dixon - Entwinded

Catherine Fisher - Sapphique

Lisa Mantchev - Perchance to Dream

Sarah Dessen - Along for the Ride

Susanne Dunlap - In the Shadow of the Lamp


Die sind alle englisch ... nicht weiter verwunderlich, da ich in letzter Zeit hauptsächlich deutsche Bücher lese. Heißt aber wohl, dass ich vielleicht wieder etwas ausgeglichener lesen sollte.

29. Mai 2011

Kelley Armstrong - Höllenglanz

Die dunklen Mächte Teil 3

2011, Gebunden mit Schutzumschlag, 398 Seiten
€ (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN 978-3426283431

Die Toten beherrschen. Das ist meine Gabe. Meine tödlichste Gabe. Und die muss ich einsetzen. Skrupellos. Wenn ich schlafe, beschwöre ich tote Fledermäuse. Wenn ich träume, schicke ich Geister in ihre Körper zurück. Und wenn ich auf einem Friedhof stehe, wecke ich gegen meinen Willen die Seelen von Tausenden Toten. Auch meine Freunde besitzen unkontrollierbar starke Kräfte, die uns zu einer Bedrohung für die gesamte paranormale Welt machen. Wir wissen nicht mehr, wem wir trauen können und wem nicht. Und so muss ich ausgerechnet diejenigen um Hilfe bitten, deren Zorn ich auf mich geladen habe: die Geister der Toten ... Ein wahrlich höllischer Totentanz beginnt!



Was ich denke ...
Die "Dunkle Mächte"-Trilogie gehört für mich nach diesem fulminanten dritten Teil auf jeden Fall zu einer der am besten konzipiertesten und spannendsten, die der Jugendbuchmarkt derzeit zu bieten hat! Teil 1, Schattenstunde (engl. The Summoning), habe ich ehrlicher Weise noch mit einem Gähnen hier und da gelesen, obwohl mich das Buch als gesamtes sehr wohl überzeugt hat. Das zweite Buch, Seelennacht (engl. The Awakening), jedoch hat bei mir dann eingeschlagen wie eine Bombe: Gemeinsam mit Chloe, Tori, Simon und Derek auf der Flucht zu sein, hat nicht nur unglaublichen Spaß gemacht, sondern war vor allen Dingen spannend bis zur letzten Seite!
Entsprechend gespannt war ich, ob Kelley Armstrong es schaffen würde, mich auch mit dem dritten Teil der Reihe für sich gewinnen zu können. Und das hat sie.

Eigentlich muss man zu "Höllennacht" nicht viel mehr wissen, als dass jeder, der die Vorgänger mochte, ein grandioses Finale geboten bekommen wird.
Kelley Armstrong führt ihre Leser durch ein Buch, bei dem ein Spannungsmoment den nächsten jagd - schon allein das hätte mich an die Seiten fesseln können. Aufgewertet wird das ganze aber noch durch die sprachlich einwandfreie Erzählweise der Autorin. "Höllenglanz" ist so toll zu lesen, ich wollte keinen einzigen Satz davon verpassen!

Darüber hinaus waren für mich wieder mal die Charaktere sehr herausragend. Besonders die vier Teenager sind der Autorin grandios gelungen: Trotz ihrer Paranormalität hätte ich schwören können, Chloe und co. treiben sich irgendwo auf der Welt herum. Besonders Tori ist mir in diesem letzten Teil der Trilogie doch noch sehr ans Herz gewachsen.

Die Handlung verdichtet sich gekonnt zu einem Finale mit Showdown, wie man sich's nur wünschen kann. Außerdem möchte ich positiv herausheben, dass Frau Armstrong darauf verzichtet, ihre Leser auch nach dem Ende noch zappeln zu lassen. Beinahe alle Fragen werden beantwortet, es ist aber durchaus noch Platz für eventuelle Folgebänder oder vielleicht ein Auftreten der Charaktere in anderen Büchern. Wer weiß, was Kelley Armstrong da noch geplant hat. Auf ein Wiedersehen mit Chloe, Tori, Simon und Derek kann man ja mal hoffen.

Sehr zu meiner Freude schreibt die Autorin auch gerade an einer weiteren Jugendbuch-Trilogie. Der erste Teil, The Gathering, ist bereits auf Englisch erschienen. Über ein deutsches Erscheinen habe ich noch nichts gehört, ich werde mich diesbezüglich aber auf jeden Fall mal erkundigen.


Bewertung
Ein tolles Finale, eine grandios gute Trilogie! Das Rezept "lebensnahe Charaktere + routinierte Erzählkünste + eingängige Sprache" funktioniert - bitter mehr davon, Frau Armstrong!

25. Mai 2011

Ann Aguirre - Enclave

Razorland Book 1

2011, Gebunden mit Schutzumschlag, 259 Seiten
ca. € 10 - 12
ISBN 978-0312650087

deutsche Ausgabe erhältlich von Blanvalet: "Die Enklave"

New York City has been decimated by war and plague, and most of civilization has migrated to underground enclaves, where life expectancy is no more than the early 20's. When Deuce turns 15, she takes on her role as a Huntress, and is paired with Fade, a teenage Hunter who lived Topside as a young boy. When she and Fade discover that the neighboring enclave has been decimated by the tunnel monsters—or Freaks—who seem to be growing more organized, the elders refuse to listen to warnings. And when Deuce and Fade are exiled from the enclave, the girl born in darkness must survive in daylight, in the ruins of a city whose population has dwindled to a few dangerous gangs. As the two are guided by Fade’s long-ago memories, they face dangers, and feelings, unlike any they’ve ever known.


Was ich denke ...
Endlich eine Dystopie, die das Versprechen, an "The Hunger Games" heranzureichen, auch halten kann! Was bin ich begeistert von diesem Buch!

Ann Aguirre hat einen Schreibstil, der mit wenigen Worten und Sätzen eine ganze Welt beschreiben kann. Eine Welt, die aus Tunneln und Dunkelheit besteht, in denen sich Zombieähnliche Wesen rumtreiben und bekämpft werden müssen. Das geniale an Aguirres Stil: Sie sagt nur das, was wirklich von Bedeutung ist und die Geschichte vorantreibt, wodurch Szenen, die bei anderen Autoren 10 Seiten umfassen würden, bei ihr innerhalb von 2 Seiten abgewickelt sind. Ich fand das so großartig! Dieses Buch steht wirklich keine einzige Minute still, die Handlung ist zu jeder Zeit in Bewegung.
Querleser aufgepasst: Man kann sich bei "Enclave" kaum erlauben, mal einfach einen Satz zu überspringen. Aus dem einfach Grund, dass JEDER Satz wichtig ist.

Deuce erzählt aus der Ich-Perspektive und ist - ich behaupte sowas wirklich nicht selten - eine grandiose (!!) Protagonistin. Eine, die den Leser nicht mehr loslässt, weil man vollkommen in ihre Welt und ihre Persönlichkeit eintaucht. Besonders ihre zweispältigen Gefühle - auf der einen Seite die Pflicht als Jägerin/Kriegerin (engl. Huntress), auf der anderen ihr Mitgefühl - werden nachvollziehbar und trotz der Wortkargheit einfühlsam porträtiert.
Fade, ihr Partner, stammt ursprünglich aus einer völlig anderen Welt. Und obwohl man ihn nur aus Deuce' Sicht kennenlernt, ist sein Charakter nicht weniger greifbar als der von Deuce.

Was das dystopische Umfeld angeht, so machen sich Fade und Deuce im Laufe des Buches auf die Suche nach Antworten, denn sie wissen beinahe genauso wenig über die Welt, in der sie leben, wie der Leser. Kenntnissstand am Anfang ist also gleich null.
Zur Folge hat die Tatsache, dass der Leser zusammen mit den beiden diese Welt entdeckt, dass im Verlauf zwar immer mehr Fragen aufkommen, aber es noch fast keine Antworten gibt. Mich persönlich hat das überhaupt nicht gestört, weil so viel anderes passiert, aber wissen sollte man es vielleicht - angesichts dem Erscheinungsdatum des zweites Bandes "Outpost": Herbst 2012. Die Wartezeit wird hart, soviel kann ich versprechen.

Ich glaube, viel mehr sollte man zu diesem Buch gar nicht wissen. Sondern es einfach lesen!


Bewertung
5 Blümchen! Ich würde mehr geben wenn ich könnte.
Deuce und Fade sind zwei Charaktere, in die sich der Leser verlieben wird, ihre Welt ist großartig konzipiert und dreht sich nicht allein um das typische Dystopie-Thema "Unterdrückung durch die Regierung". Das hier ist ein Überlebenskampf. Wer "The Hunger Games" mochte, wird auch Enclave lieben!

24. Mai 2011

Edith Kneifl - Stadt der Schmerzen

2011, Gebunden mit Schutzumschlag, 238 Seiten
€ 19,90
ISBN 978-3852186818

Familiäre Verpflichtungen führen Orlando, Transvestit mit einem Faible für den Sisi-Look, und seine beste Freundin Katharina Kafka nach Florenz. Was als entspannter Kurztrip geplant war, entwickelt sich jedoch rasch zu einem mörderischen Inferno von Dante schen Ausmaßen: Wenige Stunden nach ihrer Ankunft taucht die übel zugerichtete Leiche eines Cousins von Orlando auf, und statt in Ruhe dem Sightseeing und langen Einkaufsbummeln zu frönen, werden Katharina und Orlando immer weiter in die Mordermittlungen hineingezogen. Je tiefer sie in der Familiengeschichte wühlen, desto mehr unappetitliche Details tauchen auf: Mädchenhandel und Schlepperwesen, Verbindungen zur italienischen und rumänischen Mafia, Diebstahl und illegaler Handel mit gefälschten Parfüms es scheint kaum ein kriminelles Geschäft zu geben, in dem die ehrenwerte Florentiner Familie Pazzini nicht ihre Finger hat.


Was ich denke ...
"Stadt der Schmerzen" hat mir wieder Mal vor Augen geführt, dass ein direkter Einstieg in die Handlung ohne viele einführende Worte definitiv etwas für sich hat.

Katharina Kafka schildert dieses Abenteuer vor der Kulisse Florenz' aus der Ich-Perspektive und mit vielen ironischen - auch selbstironischen - Worten. Schon auf den ersten Seiten merkt der Leser: Dieses Buch liest sich sehr viel farbenfroher als das Cover vermuten lassen würde.
Die Fotos, die die einzelnen Teile des Buches voneinander trennen, sind zwar nicht farbenfroh (weil schwarz-weiß), unterstreichen dafür aber perfekt das italienische Feeling. Wer schon in Italien oder spezifisch in der Toscana war, wird das Flair und die Stimmung sofort wiedererkennen, die die Autorin gekonnt zwischen den Seiten eingefangen hat.

Mühelos, ohne den Erzählfluss im Geringsten zu stören, webt Edith Kneifl darüber hinaus Details über Geschichte, Kultur und Wirtschaft Florenz' in die Handlung mit ein. Da der Gehalt an Informationen, die hier vermittelt werden, meiner Meinung nach sehr hoch ist, sollte man für eine Lektüre des Buches doch auch ein gewisses Maß an Interesse am touristischen Florenz und seiner bewegten Geschichte mitbringen.
Ins Auge gestochen ist mir dabei, dass auffällig viele Charaktere in "Die Stadt der Schmerzen" geradezu kulturbesessen sind und bestens über historische Details Bescheid wissen. Ich weiß nicht, ob das bei bessergestellten florentiner Familien gang und gäbe ist, zumindest ein wenig unrealistisch erscheint es mir schon. Mein Lesevergnügen hat das jedoch nur unmerklich geschmälert.

Was aber unabstreitbar ist: Das ungewöhnliche Ermittlerduo Katharina Kafka und Orlando Pazzini muss man einfach ins Herz schließen. Neben der großartigen Atmosphäre, die das Buch verbreitet, haben mir besonders die Sticheleien zwischen den beiden gefallen.


Bewertung
Ein großartiger Kulturkrimi, federleicht geschrieben - wie sich das für italienisches Flair so gehört. Dazu sehr viel Informationsvermittlung, was besonders den historisch interessierten Leser freuen wird.

Top Ten Tuesday: Die 10 liebsten Paare

Nachdem es letzten Dienstag (man, schon wieder eine Woche um ...) um die 10 liebsten Charaktere ging, dürfen wir uns in Alice' Auftrag heute folgendem Thema widmen:

Dienstag, 24. Mai 2011

Die 10 liebsten Paare

Hier geht es nicht nur um Liebespaare, sondern auch sonstige Duos, die den Leser überzeugt haben. Eine unzertrennbare Einheit bilden für mich folgende Zweiergespanne:

Wynter / Christopher (The Moorehawke Trilogie, dt. Schattenpfade und Geisterpfade)

Ethan / Link (Caster Chronicles, dt. Sixteen Moons)

Katsa / Po (Graceling, Die Beschenkte)

Die Feen aus Eyes Like Stars (gut, streng genommen kein Zweiergespann, aber da es doch die Gemeinschaft ist, die diese Figuren so toll macht, möchte ich sie hier trotzdem nennen)

Amy / Roger (Amy & Roger's Epic Detour)

Connor / Risa (Unwind)

Katniss / Peeta (The Hunger Games, dt. Die Tribute von Panem)

Fred & George Weasley (Harry Potter)

Emma / Mr. Knightley (Emma)

Rosa / Alessandro (Arkadien-Trilogie)

Ich enthalte mich jeden weiteren Kommentars und lasse euch stattdessen damit zurück: *.*

22. Mai 2011

Lili Wilkinson - Scatterheart

2009, Gebunden mit Schutzumschlag, 445 Seiten
€ (D) 16,95 | € (A) 17,50
ISBN 978-3815795118


Eine junge Dame von Stand kämpft um ihr Glück, ihre Freiheit und die große Liebe.

London, 1814: Hannahs idyllisches Leben wird jäh gestört, als ihr Vater eines Mordes bezichtigt nach Paris flieht. Von nun an stolpert das Mädchen von einem Alptraum in den nächsten: Sie landet im Gefängnis und wird zu jahrelanger Zwangsarbeit in einer australischen Strafkolonie verurteilt.
Während der monatelangen Seereise lernt sie James, den attraktiven und charmanten Schiffsleutnant, kennen. James verspricht ihr ein standesgemäßes Leben in Luxus und Reichtum. Doch schon bald entpuppt er sich als unbeschreiblich brutal und kaltblütig. Hannahs Situation wird immer unerträglicher und aussichtsloser. Kann sie den Lauf ihres Schicksals verändern und einer trostlosen Zukunft entfliehen, um am anderen Ende der Welt ihr Glück und ihre große Liebe zu finden?



Was ich denke ...
Weil ich weiß, dass "Scatterheart" von vielen gelobt wird, sage ich lieber gleich, dass mir dieser Roman überhaupt nicht gefallen hat. Ich hatte das Buch vor einem Jahr schon einmal begonnen, dann aber auf Seite 76 abgebrochen, weil ich weder mit der Protagonistin, noch mit der immer am selben Punkt tretenden Handlung oder dem Schreibstil zurechtgekommen bin. Gestern hab ich es noch einmal versucht und mich regelrecht von Seite zu Seite ... gequält. Ja, leider.

Mein Hauptproblem mit "Scatterheart" war die Protagonistin Hannah, die ich von Anfang an nicht mochte. Sie ist selbstsüchtig, eitel, stolz und voller Vorurteile. Als sie ihrem armen Hauslehrer vor die Tür setzt hätte ich sie am liebsten eigenhändig aus den Seiten rausgeschüttelt. Abgesehen von dieser Reaktion hat Hannah dann aber nur noch Gleichgültigkeit in mir hervorgerufen.
Man könnte hier argumentieren, dass es in dem Buch doch gerade darum geht, wie sehr Hannah sich durch die Strapazen ihrer Reise verändert. Dazu möchte ich zwei Dinge loswerden: Erstens, es gibt Autoren, die schaffen es, die Leser auch mit selbsüchtigen, eitlen, stolzen Charaktere mitleiden zu lassen (ich verweise hier stellvertretend für viele Romane auf die Pretty Little Liars-Serie von Sarah Shepard, ein Paradebeispiel). Zweitens, es dauert geschlagene 250 Seiten (mehr als die Hälfte des Buches), bis Hannah endlich mal ein wenig Rückgrat zeigt.

Wenn die Zeit bis dahin zumindest sinnvoll gefüllt wäre, würde ich das noch nicht mal kritisieren. Unglücklicher Weise kam für mich während der gesamten 450 Seite kein einziges Mal mitreißende Spannung auf, die Handlung tröpfelt nur stetig vor sich hin, was insgesamt eine sehr seichte Geschichte abgibt, die an mehr als einer Stelle "konstruiert" in die Welt hinaus ruft. Auch der Stil passt sich dem an: Lili Wilkinson schreibt einfache, uninspirierende Sätze.

Positiv anmerken muss ich, dass Hannah gegen Ende doch noch so etwas wie ein Profil entwickelt und sich gegen ihre Umwelt auflehnt. Warum nicht früher, frage ich mich.
Außerdem haben mir die Auszüge aus dem Märchen "Scatterheart", die an jedem Kapitelanfang zu lesen sind, sehr gefallen. Diese zeigen gewisse Parallelen zu Hannahs Schicksal und haben mir vom ganzen Buch wohl am besten gefallen.

Um fair zu bleiben möchte ich hier betonen und in Erinnerung rufen, dass eine einzelne Meinung nie für alle gelten kann, deshalb: Ich bin was "Scatterheart" angeht eindeutig in der Minderheit. Es gibt sehr viel mehr Rezensenten, die absolut begeistert von Hannah und ihrer Reise waren. Lasst euch nicht abschrecken, womöglich hat das Buch für den/die ein oder andere doch was für sich. Leseprobe gibts hier (Stückchen runterscrollen).


Bewertung
Leider kein Buch, das ich weiterempfehlen kann. Die Protagonistin hat mich kalt gelassen, Handlung und Stil waren mir zu einfach gestrickt. Gegen Ende bekennt Hannah endlich Farbe, aber das hat "Scatterheart" für mich auch nicht mehr retten können.
2 Blümchen gibt's für die schöne Aufmachung, die Märchenausschnitte an den Kapitelanfängen und Hannahs Entwicklung am Ende des Buches.

21. Mai 2011

[On its Way - English to German] Michele Jaffe

Vor einigen Wochen habe ich "Rosebush" von Michele Jaffe gelesen. Soeben beim Fischer Verlag entdeckt: Das Buch erscheint am 14. Juli auf Deutsch!


Wer schön sein will muss sterben

Hochspannung: Nach »Tote Mädchen lügen nicht« der neue fesselnde Psychothriller für Teenager.

»In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.«

So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung wieder – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer?


Meine Rezension zum Original findet ihr >hier<.

Das Cover lehnt sich mit der Rose an den Inhalt des Buches (und das englische Originalcover) an. Der Titel, naja, bringts für mich nicht ganz auf den Punkt, aber es klingt schön nach Thriller.

Robin Wasserman - Crashed

2. Teil der Skinned-Trilogie

2010, Gebunden mit Schutzumschlag, 431 Seiten
€ (D) 16,90 | € (A) 17,40
ISBN 978-3839001141

Sechs Monate sind vergangen, seit Lias Wirklichkeit auf den Kopf gestellt wurde. Sechs Monate voller Zweifel, Angst und Auflehnung gegen die Tatsache, dass ihr Körper tot ist und Lia Kahn nur in einer menschenähnlichen Maschine weiterexistieren wird. Jetzt ist Lia bereit, ihr neues Dasein zu akzeptieren: Sie ist ein Mech und sie gehört zu ihresgleichen. Es ist eine wilde, sorglose Existenz, die sie führen, ohne Regeln, ohne Angst. Denn es gibt nichts zu fürchten, wenn man nichts mehr zu verlieren hat. Doch dann wird Lia von ihrer Vergangenheit eingeholt. Sie muss eine Wahl treffen zwischen ihrem alten Leben und ihrer neuen Freiheit, zwischen den Menschen und den Mechs. Sie muss sich entscheiden zwischen dem Mädchen, das sie war, und dem Jungen, den sie einmal geliebt hat... 


Was ich denke ...
Ihr mochtet "Skinned"? Das heißt gar nichts.
Euch hat "Skinned" überhaupt nicht gefallen? Das heißt genauso wenig.
In "Crashed" ist alles anders. Ich glaube, egal ob ihr den ersten Teil dieser Trilogie mochtet oder nicht, auf den zweiten lässt sich das nicht automatisch übertragen.

Der größte Unterschied war für mich, dass Lia sich mehr oder weniger damit abgefunden hat, ein Mech zu sein - sie lebt mit anderen Mechs auf einem Anwesen, ist immer auf der Suche nach größeren Herausforderungen und Gefahren, die menschliche Gefühle in ihr stimulieren können.
Das hat leider dazu geführt, dass der Einstieg in das Buch sehr schleppend von statten geht. Ich habe mir schwer getan, in Lias Erzählung hineinzufinden und das trotz der Ich-Perspektive. Lia hat mich ehrlich gesagt ziemlich kalt gelassen - ich erinnere mich, dass das bei "Skinned" überhaupt nicht der Fall war.

Hat Lia im ersten Teil noch bei ihrer Familie gewohnt und war ständig mit Org-Reaktionen auf ihr Skinner-Dasein konfrontiert, so lebt sie jetzt abgeschirmt. Ihr Umfeld ist völlig anders. Das hätte gesunde Abwechslung bieten können, allerdings kam mir eher vor, dass die Konflikte dadurch gedämpfter ausgetragen wurden. In "Crashed" wird viel geredet, aber wenig gehandelt, was das Buch insgesamt handlungsschwach wirken lässt.

Was mich außerdem gestört hat, war die völlige Abruptheit, mit der Auden aus der Handlung gestrichen wurde. Im Gegensatz zu "Skinned" kommt er in "Crashed" kaum noch vor und wenn, dann leider nur sehr oberflächlich. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was ihn zu seinen Handlungen bewegt, eine Erklärung habe ich bis zum Schluss nicht erhalten.

Das mag jetzt alles klingen, als hätte mir "Crashed" überhaupt nicht gefallen. Stimmt nicht.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut, ehrlich und direkt. Das sind Sätze, die muss man von vorn bis hinten gelesen haben!
Außerdem werden in diesem zweiten Teil die Gesellschaftsstrukturen der zukünftigen Welt, wie sie Robin Wasserman entworfen hat, verdeutlicht. Besonders das Leben der armen Schicht steht im Mittelpunkt. Über Riley, einen wie ich zugeben muss äußerst interessanten Charakter, der eine schöne Bereicherung für die ganze Serie darstellt, entdeckt Lia untergegangene Städte außerhalb des Networks und riesige Konzernanlagen, die ihre eigenen Gesetzte haben. Diese Ausflüchte aus der sonst eher monotonen Handlung haben mir ausnehmend gut gefallen.
Das Grundthema "Was bedeutet Mensch-Sein? Was braucht jemand, um ein Mensch zu sein?" bleibt erhalten, wird zwar nicht großartig intensiviert, hat mich aber doch weiter begeistert.

Insgesamt komme ich jedoch zu dem Schluss, dass mir "Skinned" bedeutend besser gefallen hat als "Crashed". Ein typischer Mittelteil, der Fragen aufwirft ohne welche zu beantworten. "Wired", das im September 2011 bei Script5 erscheint, habe ich auf jeden Fall schon vorbestellt. Denn trotz all der Kritikpunkte, will ich unbedingt wissen, wie die Geschichte um Lia und die Mechs ausgeht!



Bewertung
Handlungsschwächer als der erste Teil ist "Crashed" ein Mittelteil, wie ich ihn nicht gerne habe: Neue Fragen, die Autorin leistet Übergangsarbeit, lässt aber trotzdem auf ein großartiges Finale hoffen.

19. Mai 2011

Regal Status: Filled

Mein neues Regal habt ihr ja gestern schon kennengelernt. Nun folgen, wie versprochen, Bilder der gefüllten Regalbretter. Ich hab mich dazu entschlossen, es zu meinem SuB-Regal zu machen - die SuB-Bücher sind bisher nämlich immer irgendwo rumgeschwirrt. Wurde Zeit, mal alles an einen Ort zu packen und so das Auswählen des nächsten Buches nicht mehr allein von einer Excel-Liste aus zu praktizieren.
Wie befürchtet, habe ich allerdings nicht alle meine SuB-Bücher Platz -.- Mein neues Ziel ab jetzt: SuB so weit verkleinern, dass ich alle Bücher im SuB-Regal unterbringen kann ;) (Also am besten mal ein paar dicke Bücher weglesen ^^)

Die Bücher obenauf können leider nicht da liegen bleiben, weil das Regal ja dann unter den Tisch rechts im Bild geschoben wird. Die stehen also im normalen Regal, hauptsächlich bei den anderen Büchern der jeweiligen Serie.
Hier unter anderem zu sehen: mein einziges Hörbuch! (Das ich immer noch nicht gehört habe.)
Oberstes Brett: Von links her stehen vier Rezi-Exemplare. Meine anderen ungelesenen Rezi-Exemplare stehen direkt drunter - ich kann mich nur wiederholen: endlich mal alles an einem Platz und übersichtlich geordnet!
Mittleres Brett: Rezi-Exemplare und ein Teil der englischen HC-Neuerscheinungen
Unschwer zu erkennen das unterste Brett: Meine 4 ungelesen Nuyens ganz links, dann deutsche Bücher und ganz rechts zwei englische (drüber liegt noch ein drittes).

Puh, die obenauf liegenden Bücher wieder ins normale Regal geräumt sieht das SuB-Regal jetzt so aus:

Ganz oben auf der Tischplatte hab ich jetzt wieder Platz für ein paar Bücher, darunter das Regal gehört meiner Schwester (Frauenliteratur) und das unterste Brett ist wieder meines. Da ist jetzt wieder Platz für gelesene Bücher *freu*

Ich finde, das Regal passt da super hinein (wurde ja auch entsprechend ausgemessen ^^), auch wenn ich es lieber in seiner ganzen Pracht irgendwo aufhängen würde.
Bei der Gelegenheit hab ich auch gleich ein paar Bücher zusammengesucht, die die Reise auf den Dachboden antreten und ihr Dasein mindestens die nächsten Monate in einer dunklen, düsteren Kiste fristen müssen. *wein* Für Staubschutz hab ich aber gesorgt und so dürfte ihnen nicht allzuviel passieren.

Projekt "Alles-muss-ins-SuB-Regal-passen" kann also starten! ;)

18. Mai 2011

Bücherregal in Familienarbeit

Ich jammere schon lange (auch hier im Blog), dass ich ein neues Regal brauche. Jeden Monat Bücher auf den Dachboden schleppen - auf die Dauer ist das nichts. Nun hat es sich ergeben, dass mein Bruder für seine Tischlerlehre zu Hause ein bisschen üben muss. Ich hab die Gelegenheit natürlich gleich ergriffen und ... *tada* ... ein Regal in Auftrag gegeben. Und jetzt ist es fertig! :D

Bitte bewundert und bestaunt mein neues SuB-Regal (auf dem hoffentlich der ganze SuB Platz haben wird *hust*), gebaut von meinem Bruderherz, bemalt von mir (ab und an packts mich und ich muss was Kreatives vollbringen ^^):



Hier seht ihr das gute Stück noch beim Trocknen nach dem Lackieren. Morgen zieht es aber endgültig bei mir ein und bekommt - vorläufig - einen Platz unter dem zweiten Schreibtisch zugewiesen. Die Freifläche in meinem Zimmer ist seeeeehr begrenzt, leider.

Hach, aber ich bin stolz auf mein Regal :D Und weil ich noch Farbe übrighab, werd ich wohl vorsorglich noch ein paar Geburtstags- und andere Geschenke fertigen. :)

17. Mai 2011

John Boyne - Das Haus zur besonderen Verwendung

2010, Gebunden mit Schutzumschlag, 559 Seiten
€ (D) 24,90 | € (A) 25,60
ISBN 978-3716026427

Russland 1915: In einem kleinen Dorf verhindert der sechzehnjährige Bauernsohn Georgi mit Glück und Geistesgegenwart ein Attentat auf ein Mitglied der Zarenfamilie. Zar Nikolaus II. ruft Georgi daraufhin nach Sankt Petersburg, wo er ihn zum Leibwächter seines einzigen Sohnes ernennt, der nicht nur als Thronfolger in ständiger Lebensgefahr schwebt. Georgi weicht dem kleinen Zaren fortan nicht mehr von der Seite und findet in ihm einen Freund. In den prunkvollen Sälen des Winterpalais begegnet er auch der Zarentochter Anastasia. Sie verlieben sich, wohl wissend, dass diese Liebe nicht sein darf. Doch Georgi ist entschlossen, für Anastasia bis zum Äußersten zu gehen. Aber dann erhebt sich das Volk gegen den Zaren; das ganze Land taumelt dem Abgrund der Revolution entgegen. Anastasia und ihre Familie werden an einen geheimen Ort verschleppt ins "Haus zur besonderen Verwendung". 


Was ich denke ...
Der Klappentext dieses Buches umreißt eigentlich schon die ganze Handlung - in sehr groben Zügen natürlich. Und mit Ausnahme jener Teile, die nach der Russischen Revolution spielen. Dadurch hat John Boyne mit "Das Haus zur besonderen Verwendung" einen Roman vorgelegt, der irgendwo zwischen Historischer und Gegenwartsliteratur anzusiedeln ist.

Die Erzählung rund um den Bauernsohn Georgi und die Zarentochter Anastasia beginnt nämlich kurioserweise im Jahr 1981, von wo aus der gealterte Georgi sein Leben nach der Flucht aus Russland beschreibt. Erst dann greift die Handlung direkt in seine Jugend ein und beschreibt, wie er im Jahr 1915 an den russischen Zarenhof gelangte.
Dies deutet schon die ungewohnte Erzählweise, die John Boyne für seinen Roman gewählt hat, an. Eine, die mich wirklich begeistert hat! Zeitlich arbeitet sich der Autor von zwei Seiten - dem Jahren 1915 und 1981 - auf einen gemeinsamen Mittelpunkt vor. Die beiden Erzählstränge treffen sich schließlich, wie man daraus schließen kann, am Ende des Buches.
Trotzdem schafft es Boyne, dem Leser nie irgendwelche Informationen vorwegzunehmen. Ich muss gestehen, dass ich mit "Das Haus zur besonderen Verwendung" ein paar Einstiegsschwierigkeiten hatte. Doch nach einer Gewöhnungsphase konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen! Das hängt vor allem auch mit der ausgeklügelten, ja klugen, Erzählweise zusammen, die den Leser immer weiter voran bzw. zurück treibt.

Um den unangenehmen Teil gleich abhacken zu können: Es gibt einen kleinen Kritikpunkt, den ich dem Autor und dem Buch anprangern muss. Die Liebesgeschichte zwischen Anastasia und Georgi, so schön ich sie beschrieben fand, hätte sich meiner Meinung nach nicht so schnell entwickeln sollen. Dem Autor stand dafür ein Zeitraum von 3 Jahren zur Verfügung (1915 - 1918), trotzdem sehen sich die beiden nur drei Mal bevor sie unsterblich ineinander verliebt sind. Der Platz für eine langsame Entwicklung wäre da gewesen.
Wie gesagt, ein kleiner und der einzige Makel.

Bei historischen Romanen stelle ich mir ja auch immer die Frage nach der Korrektheit des ganzen. Diese ist im Fall von "Das Haus zur besonderen Verwendung" zwar vor allem gegen Ende nicht gegeben (was ich aber auch nur deshalb weiß, weil ich das Thema wegen meiner Bachelorarbeit ausführlich recherchiert habe), aber ich denke, in diesem Fall kann man den Ausgang des Buches gerne als schriftstellerische Spekulation und Freiheit abtun.

"Das Haus zur besonderen Verwendung" ist nämlich neben seiner historischen Aufarbeitung der russischen Revolution - wobei das ganze sehr aus Sicht der Zarenfamilie präsentiert wird - vor allem die Lebensgeschichte zweier Menschen, die Krisen wie alle anderen durchlebt haben. Krieg, unerfüllter Kinderwunsch, Diskriminierung fern der Heimat, Krebs.
Außerdem hat der Leser hier einen Roman über das 20. Jahrhundert und seine Katastrophen vor sich. Und darüber hinaus noch eine Liebesgeschichte, die man schöner nicht erzählen könnte.


Bewertung
Den kleinen Makel kann ich gerne übersehen angesichts eines derart schön erzählten, niemals unnötig ausschweifenden Romanes, der es schafft, auf so vielen verschiedenen Ebenen zu überzeugen. Unbedingt Lesen! (Und dabei vielleicht im Auge behalten, dass nicht alles in diesem Buch historisch korrekt ist. Was das angeht hätte ein Nachwort vielleicht nicht geschadet.)

Top Ten Tuesday: Die 10 liebsten Romanfiguren

Alice im Bücherland hat sich eine tolle Aufgabe für den heutigen Dienstag ausgedacht, die ich mir auf keinen Fall entgehen lassen kann:

Dienstag, 17. Mai 2011

Eure 10 liebsten Romanfiguren

Meine Meinung: Character is everything! Ein Buch kann eine grottenschlechte Handlung haben, wenn ich die Protagonisten (oder überhaupt Figuren) großartig finde, mag ich das Buch trotzdem. Anders herum: So ein richtig nerviger Protagonist kann mir ein Buch schon mal gewaltig vermiesen - da können Handlung und Sprache dann sein, wie sie wollen.

Also mal sehen, ob ich überhaupt 10 zusammenkratzen kann:

Andi aus Revolution (dt. Das Blut der Lilie)

Razi aus The Moorehawk-Trilogie (dt.Schattenpfade, Geisterpfade, bisher unveröffentlicher 3. Teil)

Isabel aus Shiver und Linger (dt. Nach dem Sommer, Ruht das Licht)

Mr. Woodhouse aus Emma
(besonders gut dargestellt von Michael Gambon in der neuen Verfilmung von 2009)

Valerie aus Hate List (dt. Die Hassliste)

Leslie aus Die Edelstein-Trilogie

Finn aus Incarceron

Simon aus The Mortal Instruments (dt. Chroniken der Unterwelt)


Nur acht, aber einige, die hier reingehören würden, passen auch nächste Woche. Also spar ich sie mir für "Die 10 liebsten Paare" auf. ;)

Hm, sind da Charaktere drunter, die ihr auch mögt? Oder vielleicht auch welche, die ihr gar nicht ausstehen könnt? ^^

14. Mai 2011

Malorie Blackman - Himmel und Hölle

2008, Gebunden, 501 Seiten
€ (D) 19,95 | € (A) 20,60
ISBN 978-3414820860

"Ich musste wählen. Ich musste entscheiden, was für eine Art Freund Callum für mich sein sollte. Aber was mich am meisten überraschte - und aufregte - war, dass ich überhaupt darüber nachdenken musste."


Callum ist ein Zero - ein Bürger zweiter Klasse, der in einer Welt lebt, in der die Alphas das Sagen haben.
Sephy ist eine Alpha und die Tochter eines der mächtigsten Männer des Landes.
Seit ihrer frühesten Kindheit sind Callum und Sephy Freunde. Und aus dieser Freundschaft ist eine tiefe Liebe geworden.
Callum ist weiß. Sephy ist schwarz.
Doch die Welt um sie herum versinkt in Vorurteilen, Hass, Gewalt und Terror. Und ihr Liebe bringt beide in schreckliche Gefahr.



Was ich denke ...
"Himmel und Hölle" schafft es, mit einer umgekehrten Welt und einer umgekehrten Historie, in der weiße Menschen (Zeros) die Sklaven waren, in der immer schon schwarze Menschen (Alphas) den Ton angegeben haben, gleichermaßen zu provozieren und zu faszinieren

Was mich schon in den ersten Kapiteln gefesselt hat, in denen man langsam einen Einblick in diese Welt bekommt und die beiden Protagonisten Callum und Sephy kennenlernt, war, dass Malorie Blackman hier niemals die Hautfarbe der Menschen erwähnt. Ich wusste zwar im Vorhinein, dass die Zeros - die ehemaligen Sklaven - weiß sind, aber trotzdem habe ich es nicht geschafft, mir diesen Umstand zu jeder Zeit vor Augen zu halten. Immer wieder musste ich mich erinnern: Hey, er ist weiß, Alphas haben eine dunkle Hautfarbe. Ich glaube, ich bin nicht die einzige, der es so geht. Mit ihrem Gedankenexperiment in Buchform hat Malorie Blackman eine Frage in meinen Kopf gepflanzt: Was, wenn es anders wäre?

Ganz toll an "Himmel und Hölle" ist die Realitätsnähe, die Malorie Blackman vermittelt. Sephy und Callum leben auf den Seiten dieses Buches. In abwechselnden Kapiteln erzählen sie aus der Ich-Perspektive, wodurch man ihnen vor allem in der ersten Hälfe des Buches das naive, kindliche Hoffen anmerkt. Nicht ganz unterinteressant ist vielleicht die Information, dass Sephy zu Beginn des Buches erst 13 ist, Callum 15. Lange Zeit dachte ich, dass Malorie Blackman die beiden ein bisschen ZU jung gemacht hat - ich war ehrlich erleichtert, dass sie dann gegen Ende einen Alterssprung durchgemacht haben.
Was damit noch zusammenhängt ist, dass die erste Hälfe von "Himmel und Hölle" eher als die Geschichte einer Freundschaft entgegen aller gesellschaftlichen Meinungen und Gepflogenheiten ist, die sich erst in der 2. Hälfte zu einer tragischen Liebesgeschichte entwickelt. Sobald Sephy und Callum älter sind, merkt man, dass sie sich von naiven Kindern zu einsehenden, teilweise resignierenden Erwachsenen in einem unüberwindbaren System entwickelt haben. Gerade diese Entwicklung ist mir sehr nahe gegangen.

Ich bin mir nicht sicher, ob es direkt damit zusammenhängt, doch besonders anfangs kamen mir die Dialoge sehr einfach und kindlich vor. Auch den Schreibstil fand ich da noch nicht sehr berauschend. Zwei Möglichkeiten: Entweder ich habe mich im Laufe des Buches daran gewöhnt, oder der Stil wurde dann wirklich besser. Mir jedenfalls haben die letzten 200 Seiten von "Himmel und Hölle" nochmal um einiges besser gefallen als die vorherigen 300.

Insgesamt ist "Himmel und Hölle" ein Buch, das nahe geht, traurig macht und Bestürzung vermittelt. Viele Schicksalsschläge zeichnen den Inhalt aus und die Hoffnung, dass alles gut ausgeht, wird mit jeder Seite kleiner. Für "Happy End"-Liebhaber würde ich das Buch nicht empfehlen.
Außerdem hadere ich noch damit, ob ich Teil 2 "Asche und Glut" lesen soll, weil mir das Ende von "Himmel und Hölle" doch ein wenig Sorgen in dieser Hinsicht bereitet. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass der zweite Teil an den ersten herankommen kann.


Bewertung
Provozierend, faszinierend. "Himmel und Hölle" stößt den Leser mit der Nase auf das Thema Rassismus. Außerdem eine Geschichte über Freundschaft und Liebe in einer untolleranten Gesellschaft, in der jeder Protest im Keim erstickt wird.
Ein halbes Blümchen ziehe ich nur deshalb ab, weil mir der Schreibstil und der Aufbau der Dialoge am Anfang zu einfach waren.

10. Mai 2011

Carmen Winter - Der König und die Gärtnerin

2010, Gebunden, 140 Seiten
€ 14,95
ISBN 978-3931989491

Als der König in seinem Schlossgarten der Gärtnerin begegnet, fordert er sie auf, mit ihm zu leben und ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Da sah sie seine Sehnsucht und eine kleine Hoffnung, winzig klein noch, aber vielleicht, vielleicht wuchs sie gerade in diesem Augenblick ein Stück.
"Du bist wunderschön", sagte der König wieder und die Gärtnerin lächelte und hörte auf, ihm so in die Seele zu blicken, denn er hatte ihr weder die Erlaubnis erteilt, noch hatte er sie darum gebeten.
Er betrachtete sie von oben bis unten und lächelte still, als hätte er gerade das schönste Geschenk seines Lebens bekommen.


Was ich denke ...
"Der König und die Gärtnerin" ist nicht nur ein Märchenbuch für erwachsen gewordene Märchenfans, sondern vor allem eine Sammlung von in einzelne Geschichten verpackten Weisheiten und Wahrheiten.

Und um das gleich vorweg gesagt zu haben: Dieses Buch ist kein Spannungsroman, keine Abenteuergeschichte, kein romantisch-lustiger Lesespaß. "Der König und die Gärtnerin" ziel nicht ausschließlich darauf ab, zu unterhalten. Vielmehr schafft Carmen Winter es, ihre Leser mit Sprachgewandtheit und aus dem Alltag bekannten Situationen zu fesseln.

Da ich nun geklärt habe, was "Der König und die Gärtnerin" alles nicht ist, vielleicht nun ein paar Worte zu den Dingen, die es ist:
Die 21 Kapitel des Buches erzählen jeweils eine kurze Geschichte aus dem Themenkreis der Liebe, des Zusammenlebens, dem miteinander Auskommens - angewandt auf die Beziehung zwischen dem König und der Gärtnerin. Im Gesamten wird die Lebensgeschichte der beiden Leitfiguren aufgerollt, im kleinen einzelne Aspekte und Segmente dieses gemeinsamen Lebens präsentiert.
Dabei verwendet Carmen Winter neben bekannten Märchenmotiven wie zum Beispiel "die jüngste von vielen Geschwistern" auch neue, moderne Handlungssegmente. So hat die Gärtnerin einen unehelichen Sohn und insgesamt eine eher unmärchenhafte Vergangenheit.

Wie von Märchen gewohnt haben die Figuren keine Namen, wodurch König und Gärtnerin zwei Idealgestalten und Sinnbilder bleiben, die man als Leser kritisch und objektiv betrachten kann. Man bekommt die Chance zu erkennen, dass nicht alles ideal ist, was anfangs so scheint. Vor allem der König hat in diesen Geschichten seine Fehler, ist weltfremd, kurzsichtig und naiv. Manchmal zeigt er sich auch unfähig zu lernen oder bringt nicht den nötigen Willen dazu auf, tut es als unwichtig ab.
Das ist auch der Grund, warum mich nicht alle Märchen begeistern konnten, manche lösten bei mir sogar ein Stirnrunzeln aus. Jedes der 21 Kapitel zielt darauf ab, eine Botschaft zu vermitteln und meistens gelingt der Autorin das sehr gut - es gab einige Sätze in diesem Buch, von denen ich geradezu begeistert bin. Doch da sind auch jene Kapitel, die mir - kurz gesagt - gegen den Strich gehen. Ein Beispiel: Der König bekommt alles was er will, unter anderem auch die Gärtnerin, und muss keine Opfer dafür bringen. Was soll mir das sagen?

Was mich an "Der König und die Gärtnerin" hingegen absolut überzeugt hat, ist das Sprachgefühl der Autorin! Sie schreibt flüssig und märchenhaft, wie man sich das als Märchenfan wünscht. Am meisten begeistert hat mich der Aspekt, dass Carmen Winter Bilder für sonst nur dahingeworfene Satzbausteine und Redensarten schafft. "Gras über die Sache wachsen lassen" wird bei ihr zu einer Sache, die wahrhaftig geschieht und der Gärtnerin dabei hilft, ihren Ärger zu überwinden. Großartig!

Zum Ende kommend möchte ich noch loswerden - wie soll ich es bei diesem Cover auch unerwähnt lassen? -, dass das Buch wirklich sehr schön gestaltet wurde. Auch innen hat sich der Verlag Mühe gegeben und so ist jede linke Buchseite mit zwei stilisierten Blumen verziert.
"Der König und die Gärtnerin" ist daher nicht nur Märchen- und Kurzgeschichtenfans zu empfehlen, sondern bestimmt auch als Geschenk ein Renner.


Bewertung
Märchenhaft und bildreich geschrieben verpackt Carmen Winter in "Der König und die Gärtnerin" alltägliche Beziehungssorgen und Lebensfragen in kurze Märchen, die zum zwischendurch Genießen einladen.






Danke an: Drachenmond Verlag

8. Mai 2011

[In My Mailbox] #36

IMM gehostet von The Story Siren

Ausbeute der letzten Woche: 5 Bücher
davon englisch: 1
ergo davon deutsch: 4
Ungewöhnlicher Schnitt für mich, aber man merkt vielleicht an den rezensierten Büchern der letzten Wochen, dass ich so ein bisschen deutsche Bücher wiederentdeckt habe.

IMM 8. Mai 2011
Inklusive Blumenverziehrung zu Ehren des heutigen Muttertages ;)

Kathryn Wesley - Das zehnte Königreich
Da bin ich dienstags dran vorbeigelaufen, habe mich der guten Rezension von Anna (Clee's Bücherwelt) erinnert und es gleich mal mitgenommen. Das Cover find ich so toll - obwohl da ein Gesicht drauf ist - wurde aber sehr genial in Szene gesetzt!

Gabriele Gfrerer - Grenzenlos nah
Auch daran ist Anna schuld. Wegen der Rezension und weil sie ein extra Exemplar zum Tauschen hatte. ;)


Malorie Blackman - Himmel und Hölle
Rezensionsexemplar. Aber Anna hatte auch da ihre Finger im Spiel. Wie soll man auch nein sagen, wenn einem immer wieder gesagt wird, WIE toll das Buch ist. Hab gestern auch schon angefangen und am liebsten würd ich's in einem Rutsch fertig lesen! *.*

Lisa & Laura Roecker - The Liar Society
Auf GR bei oliviasbooks gewonnen. Ja, GEWONNEN :D Und das Buch klingt so toll! Ich frage mich ernsthaft, warum ich da vor dem Gewinnspiel nicht drauf aufmerksam geworden bin ...

Margaret Atwood - Alias Grace
Seit Monaten auf meinem Wunschzettel. Jetzt galt es endlich mal ein paar Gutscheine einzulösen. Bei der Bestellung mitgewandert ist übrigens Disneys Bambi - Nachricht an alle Disney-Fans da draußen: Kauft euch die DVD so bald wie möglich, sie wird nämlich bald wieder nicht mehr zu haben sein!


Music makes every Sunday better.

Eigentlich hätte ich das schon vor Wochen posten können. So ganz aktuell ist die Info daher nicht mehr, macht aber nichts, dann eben jetzt: The Baseballs haben ein neues Album!!

Bekannt geworden ist die deutsche Band bei uns und im Ausland mit ihrer Rock'n'Roll-Fassung von Rhiannas Umbrella.



Das neue Album "Strings'n'Stripes" verbreitet passend für die Jahreszeit eine geballte Ladung Sommerfeeling. Mit dabei unter anderem Hello und Candy Shop.





(Danke an Karo für die Hilfe beim Einbetten! :) Die ändern das dauernd, wie soll man da auf dem neuesten Stand bleiben -.-)

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Einen schönen Sonn- und Muttertag Euch allen (vor allem den Müttern unter Euch ^^)!

Liebe Grüße
-Stefanie

7. Mai 2011

Susanne Rauchhaus - Die Messertänzerin

Januar 2011, Gebunden, 367 Seiten
€ 14,95
ISBN 978-3800056033

In Pandrea, dem Reich von Fürst Warkan, hat jeder seinen fest bestimmten gesellschaftlichen Platz. Divya gehört als Dienerin an einer Mädchenschule zur untersten Kaste; anders als Jolissa, die Schülerin aus gutem Hause. Während Jolissa von einer Hochzeit träumt, beneidet Divya die Männer um ihre Freiheit und freundet sich mit einem Wächter an. Sie lernt zu kämpfen wie ein Mann - und zu tanzen wie eine Frau. Als sie einen Mordauftrag bekommt, muss sie eine Entscheidung treffen. Und damit macht sie sich den Mann, den sie liebt, zu ihrem erbittertsten Feind. 


Was ich denke ...
Es gibt sie noch, die Fantasy im Einzelband. Und dann auch noch so gut!

Schon das erste Kapitel von "Die Messertänzerin" weiß mit einem Vorgriff auf die eigentliche Handlung und einem erzählerischen Kniff zu fesseln. Wenn danach Divyas Werdegang aufgerollt wird, ist der Leser schon mittendrin im Buch.
Das Buch ist in einer fiktiven Stadt angesiedelt, die in Mitten des "Wilden Landes" liegt. Kontrolliert wird Pandrea von Fürst Warkan, aber auch das Kastensystem sorgt für Ordnung.

Was mich am meisten an "Die Messertänzerin" fasziniert hat war die Heldin der Geschichte. Divya ist als Dienerin ein Mitglied der untersten Kaste, doch schon früh setzt sie sich Ziele, die für ein Mädchen ihres Stand unerreichbar scheinen. Sie ist mutig, lehnt sich auf, und auch als sie einen herben Rückschlag erfährt, lässt sie sich nicht unterkriegen, steht wieder auf und kämpft weiter - wortwörtlich.
Als Divya nämlich die Möglichkeit sieht, sich im Messerkampf ausbilden zu lassen, greift sie mit beiden Händen danach.

Diese Aktivität der Protagonistin ist es, die die Handlung besonders auf den ersten 100 Seiten vorantreibt. Später kommen sehr viel mehr Handlungsstränge dazu, die schließlich einen Fantasyroman ergeben, der seinesgleichen sucht.

Dazu tragen auch sehr Sprache und Stil der Autorin bei. "Die Messertänzerin" ist nicht nur flüssig und angenehm zu lesen, Susanne Rauchhaus hat in meinen Augen das selten gewordene Talent, atmosphärisch dichte Szenen zu beschreiben ohne sich dabei in nicht enden wollenden Beschreibungen zu verlieren.
Zudem konstruiert sie Dialoge, bei denen man immer das Gefühl hat, dass sie zu etwas gut sind, dass ein wichtiger Punkt der Geschichte vermittelt wird. Auf den Seiten dieses Buches liest man nicht bloß leeres Geschwätz.

Zuletzt möchte ich einige Worte zur Liebesgeschichte verlieren, die eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Die Beziehung zwischen Tajan und Divya braucht etwas Zeit - was gut so ist, denn als sie sich kennenlernen ist Divya erst 14, Tajan 18. Das schöne daran ist, dass sich ihre Liebe langsam unter der Oberfläche einer spannenden Handlung entwickeln und formen kann, was das ganze sehr viel romantischer macht als in so manchem anderen Buch. Perfekt in die Handlung eingeflochten, drängt sich diese Liebesgeschichte dem Leser nie auf, sondern trägt dazu bei, ein grandioses Buch abzurunden.


Bewertung
"Die Messertänzerin" ist ein grandios guter Fantasyroman für Jugendliche und Erwachsene. Schöne Sprache, tolle Handlung, unkitschige Liebesgeschichte. Jedes Wort an seinem Platz. Ich verstehe nicht, dass das Buch bisher so wenig Aufmerksamkeit bekommen hat - sollte sich meiner Meinung nach schnellstens ändern!





Danke an: Ueberreuter

5. Mai 2011

Sneak a Peek: "Across the Universe" wird zu "Godspeed"

Erinnert ihr euch noch an meine Rezension zu "Across the Universe" von Beth Revis? Ich fand und finde alles an dem Buch genial: den Inhalt, die Aufmachung, ALLES!
Umso erschrockener war ich eben, als ich die Vorschau zur deutschen Ausgabe gesehen habe (erscheint im August 2011 bei Dressler). Seht erst mal selbst, bevor ich euch die Ohren volljammere:


Die Welt von morgen - ein Thriller der Extra-Klasse

Die 17-jährige Amy ist einer der eingefrorenen Passagiere an Bord der "Godspeed". Sie und ihre Eltern sollen am Ende der Reise zu einem neuen Planeten wieder erweckt werden – 300 Jahre in der Zukunft. Doch Amys Kühlkasten wird zu früh abgeschaltet. Wollte jemand sie ermorden? Gewaltsam ins Leben zurückgerissen, findet sie sich in einer fremden Welt wieder, in der alle Menschen einem tyrannischen Anführer folgen. Nur einer widersteht: der rebellische Junior, der sich fast magisch angezogen fühlt von Amy. Gemeinsam versuchen die beiden, den schrecklichen Geheimnissen der "Godspeed" auf die Spur zu kommen. Doch kann Amy Junior trauen? Eine packende Gesellschaftsvision und ein fesselnder Pageturner um eine große Liebe, der Traum von Freiheit und tödliche Gefahren.


Bereit für mein Gemecker?

Erstens: Warum musste die billige Nachmache des wunderschönen Originalcovers sein?? Entweder Original verwenden oder selber innovativ werden - und nicht diletantisch ein Foto nachstellen, das noch dazu nicht mal den Tatsachen des Inhalts entspricht. Wenn schon müsste Elder eine deutlich dunklere Hautfarbe haben als Amy!
Außerdem: Das amerikanische Cover strahlt richtiggehend, unter anderem durch diesen Effekte beim "I" von "Universe", während das deutsche bloß dumpf vor sich hin existiert.

Zweitens: Elders Name. Junior ... im Ernst? Wollt ihr mich verar*****? Stellt sich mir die Frage, wie dann Eldest heißen wird ... Senior?

Drittens: Ein neuer englischer Titel. Godspeed passt zwar, das ist der Name des Raumschiffs, allerdings frage ich mich ehrlich: Warum ändert man den Namen des Protagonisten aber das Raumschiff darf weiter seinen englischen Namen haben? o.O

Naja, trotzdem Danke fürs Übersetzten. Der Inhalt bleibt ja gleich (Ich fange schon mal an, für eine anständige Übersetzung zu beten.) und auch wenn ich mit allem unzufrieden bin, wo man nur unzufrieden sein kann, bleibt "Across the Universe" doch eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen hab. Und ich hoffe inständig, dass sich die deutschen Leser nicht abschrecken lassen.

Ich geh dann mal heulen.

4. Mai 2011

Sneak a Peek: "Die Beschenkte" in der Erwachsenen-Version

(Vorweg: Es ist keine Absicht, dass sich die Sneak-a-Peek-Posts in den letzten Tagen so häufen.)

Was beispielsweise bei "Harry Potter" und "Die Bücherdiebin" praktiziert wurde, wird jetzt auch mit "Die Beschenkte" gemacht: Eine eigenen Ausgabe für Erwachsene.

Das Debüt von Kristin Cashore (engl. Graceling) ist schon lange bei Carlsen erschienen, inzwischen gibt es sogar schon das Taschenbuch. Der Piper-Verlag bringt den Roman im September 2011 "erwachsenengerecht" auf den Markt.

Wenn eine Gabe zum tödlichen Fluch wird.
Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist – sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet: Sie besitzt die magische Gabe des Tötens. Nur Bo, der fremde Prinz, scheint keine Angst vor ihr zu haben und ringt beharrlich und mit viel Geduld um ihr Vertrauen. Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Begabung werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten – und zu einem leidenschaftlichen, unabhängigen, innigen, streitenden, liebenden Paar. 

Der Sinn hinter dem ganzen erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht ganz. Genieren sich Erwachsene wirklich, einen Roman aus dem Programm eines Jugendbuchverlages zu lesen?
Und dann dieses Cover! Kann mich bitte jemand aufwecken! Ganz schnell ...

Hier zum Vergleich das Cover des Carlsen-Verlages. Das ist zwar auch nicht ganz passend, aber immerhin schön gemacht:

Sneak a Peek: Carlsen beschafft uns Ruta Sepetys!

Und gleich noch eine deutsche Neuerscheinung, die Karo gestern noch entdeckt hat. Vor einigen Wochen habe ich "Between Shades of Gray" von Ruta Sepetys gelesen und war nahtlos begeistert von dem Buch. Nachzulesen hier. Am 24. August 2011 erscheint das Buch bei Carlsen.

Litauen, Sommer 1941: Die fünfzehnjährige Lina trägt noch ihr Nachthemd, als man sie, ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder Jonas abholt. Sie weiß noch nicht, dass die sowjetische Geheimpolizei auch ihren Vater an der Universität verhaftet hat. Und auch nicht, dass sie - wie zehntausende andere Balten - nach Sibieren deportiert wird. Von einem Tag auf den anderen ist Lina konfrontiert mit unvorstellbarem menschlichem Leid, mit Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lina fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie. Doch wird sie stark genug sein? 

Das Cover kommt zwar nicht ganz an das Original heran, überzeugt mich aber in seiner Schlichtheit. Es passt zum Buch, auch der Titel: passend. Impliziert Hoffnung und Stärke, das Nicht-aufgeben, das im Buch so wichtig ist.

Ich kann mich mit meiner Empfehlung nur wiederholen - langsam komm ich mir selbst vor wie eine Endlosschleife: Lest es! Von diesem Buch wird man noch viel hören, davon bin ich überzeugt.

3. Mai 2011

Sneak a Peek: Jenny Downhams zweiter Roman auf Deutsch!

Weil die Frage nach dem deutschen Erscheinen von "You against Me" gerade wieder in meiner Rezension gestellt wurde, hab ich gleich mal nachgesehen. Und siehe da: "Ich gegen dich" wird schon am 29. August 2011 in deutschen Buchhandlungen stehen! Erscheinen wird der Roman bei carl's books - ehrlich, sagt mir gar nichts ... gibts den Verlag schon länger oder wurde der neu gegründet?

Als Mickey erfährt, dass Tom, Sohn reicher Eltern, seine fünfzehnjährige Schwester Kathryn vergewaltigt haben soll, will er sich rächen. Da kommt ihm der Flirt mit Toms Schwester Ellie mehr als gelegen. Als Liebe daraus wird, muss er sich entscheiden, auf wessen Seite er steht: Hält er zu Kathryn, dem Opfer, zu seiner Mutter, einer Alkoholikerin und seiner kleinen Schwester Holly, oder gibt er der Liebe eine Chance? Und auch Elli stürzt die Beziehung zu Mickey in einen Gewissenskonflikt: Soll sie ihren Bruder weiter schützen oder auspacken? Und was wird dann aus ihrer Familie? Ein spannender Roman über die Liebe, die Lust am Leben und die Entdeckung des eigenen Muts, den man nicht mehr aus der Hand legt, bis zur allerletzten Zeile.

Ich denke schon die ganze Zeit nach, aber mir will kein Grund einfallen, warum auf dem Cover ein BUTTERBROT drauf ist. Total seltsam.

Da gefällt mir das englische Cover um Längen besser:

Top Ten Tuesday: Die 10 liebsten Autoren

Weil ich jetzt doch schon länger nicht mehr mitgemacht und deshalb unter anderem die tolle Aufgabe von letzter Woche verpasst habe, wird diese Woche ganz fix eine kleine Liste erstellt. Alice will folgendes von uns wissen:

Dienstag, 3. Mai 2011

Die 10 liebsten Autoren

Was macht einen Lieblingsautor aus? Müssen da gleich alle Bücher dieses Autors im Regal stehen, oder kann auch ein einziges Buch, das einen überdurchschnittlich angesprochen hat, einen Autor in den Status des Lieblingsautors heben? Ich bin mir grad selber nicht sicher, wie das bei mir ist ... Mal sehen, wen ich so zusammenkriege:

[Reihenfolge völlig nebensächlich!]

Kai Meyer
Muss sein! Wenn nicht Kai Meyer, dann weiß ich auch nicht mehr.

Kristin Cashore
Graceling und Fire haben mir so gut gefallen, dieser Autorin vertraue ich blind!

Jane Austen
Wenn mir das vor einem Jahr jemand gesagt hätte ...

Celine Kiernan
Ich sag nur: Moorehawke Trilogy *.* Solche Charaktere zu schaffen, das gelingt nicht jedem!

Cassandra Clare
Mortal Instruments eben ;)

Christoph Marzi
Erstens: Ich liebe diese ersten Sätze! Zweitens: Dieses nach und nach Zusammensetzen der Geschichten hat einfach was.

Garcia & Stohl (zählt das als 2 Autoren?)
Die Caster Chronicles sind zur Zeit eine meiner absoluten Lieblingsreihen! Von mir aus dürfen die noch ewig weitergehn :D

J.K. Rowling
Mit den HP-Büchern bin ich aufgewachsen, das kennen sicher einige von euch :)

Jenny Downham
2 Bücher, 2 mal überzeugt. Bitte mehr!

Sarah Dessen
Ich weiß zwar inzwischen, dass ich nicht alle ihre Bücher gut finde, aber insgesamt ist sie einfach eine grandiose Autorin, die wunderbar unkitschige Teenie-Liebesgeschichten schreibt - immer verpackt mit anderen wichtigen Themen.

Gut, von keinem der Autoren und Autorinnen hab ich nur ein Buch zu Hause stehen. Was mich - für mich persönlich - zu dem Schluss bringt, dass man von einem Lieblingsautor schon mehr als ein Buch gelesen haben muss. Sonst ist es halt doch "nur" ein Lieblingsbuch ;)

1. Mai 2011

Dia Reeves - Bleeding Violet. Niemals war Wahnsinn so verführerisch

Gebunden mit Schutzumschlag, 379 Seiten
€ (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN 978-3833938450

Nach dem Tod ihres Vaters trampt die 16-jährige Hanna in die texanische Kleinstadt Portero. Sie will zu ihrer Mutter, die sie gar nicht kennt. Doch ein herzlicher Empfang ist es nicht, der sie dort erwartet, und auch das Städtchen ist keineswegs so idyllisch und harmlos wie es zunächst scheint ═ hier hört nicht nur Hanna Stimmen! Und dann stellen der attraktive Wyatt und unheimliche Ereignisse sogar ihre abgedrehte Welt auf den Kopf ...


Was ich denke ...
Noch nie hat ein Untertitel ein Buch so gut beschrieben wie in diesem Fall. Denn "Bleeding Violet" macht vor allem der Wahnsinn aus - der Wahnsinn Hannas und der Wahnsinn einer ganzen Stadt - und verführt dabei ständig zum Weiterlesen.

Hanna ist bei ihrem Vater in Finnland aufgewachsen. Nach seinem Tod hat sie bei ihrer Tante in Denver gelebt, wobei ihr eine bipolare Störung und Halluzinationen ihres Vaters zu schaffen machen. Als ihre Tante sie einweisen lassen will, schlägt Hanna sie kurzerhand bewusstlos und flieht zu ihrer Mutter, der sie vorher noch nie begegnet ist.
Hier beginnt das Buch und gleich hier fängt es auch an, schräg zu werden. Denn die texanische Kleinstadt Portero, die selbst einige Schrecken im Keller hat, lässt Hannas manisch-depressive Störung und ihre Halluzinationen zu abgedrehter Realität werden.

Wirklich, wenn ich zwei Wort wählen müsste, um "Bleeding Violet" zu beschreiben, dann wäre das: schräg und einzigartig.
Hanna selbst ist eine etwas gewöhnungsbedürftige Ich-Erzählerin. Gleich zu Anfang wird klar, dass sie sehr eingenommen von sich selbst ist. Gerade auf diesen ersten Seiten hat mich nicht Hanna zum Weiterlesen animiert, sondern der auffallend gute Stil der Autorin. Dia Reeves begnügt sich nicht mit einer Heldin, die sagt, was immer ihr gerade durch den Kopf schießt, sie findet auch teilweise völlig neue Formulierungen, um all diese Dinge auszudrücken. Formulierungen, die man bestimmt nicht in jedem zweiten Roman liest. "Bleeding Violet" ragt also schon stilistisch aus dem Einheitsbrei heraus.

Mit Hanna hat das Buch, wie bereits angedeutet, eine überaus ungewöhnliche Protagonistin. Besonders auch die Beziehung zwischen Wyatt und Hanna ist authentischer, als in vielen anderen Jugendbüchern. Zum einen dürfen sie ganz offen Sex haben, zum anderen kommt dann nicht gleich dieses penetrante "Ich liebe dich" nachgeschossen. Hanna und Wyatt mögen sich einfach mal nur, was ja auch - würde ich mal sagen - sehr viel nachvollziehbarer ist, als ein wenige Tage nach dem Kennenlernen verzweifelt hervorgestoßenes "Ich liebe dich bis in alle Ewigkeit".

Die Handlung schließlich setzt der Einzigartigkeit dieses Romanes die Krone auf. Die ist nämlich über weite Strecken abgedreht bis ins kleinste Detail und reicht teilweise bis ins Absurde. Da kriecht Hanna auch mal in Monstermägen rum, bringt Monster-Jagdtrophäen mit nach Hause, füttert andere Monster mit Menschenfleisch und so weiter. Dem Leser wird keine einzige blutige Einzelheit verschwiegen. Was dann schon mal dazu führen kann, dass man für einen Moment fassungslos das Buch schließen muss, nur um es dann wieder aufzuschlagen, und gespannt weiter an den Seiten zu kleben.

"Bleeding Violet" möchte ich all jenen Jugendbuch-Lesern ans Herz legen, die Lust auf etwas GANZ anderes haben oder einfach mal ein herausforderntes Buch lesen wollen. Herausfordernd in mehrerlei Sinne: Hanna nimmt kein Blatt vor den Mund - und der Leser fühlt sich nicht immer wohl bei den Sachen, die sie so von sich gibt -, auf Portero und seine schrägen Monster muss man sich einlassen, genauso auf seine Bewohner und die Abstrusitäten, denen man auf den Seiten dieses Buches begegnet.
Diese Herausforderung solltet ihr annehmen, denn was man dafür geboten bekommt, ist ein auf jeder Seite unterhaltendes, wunderbar geschriebenes Buch mit einer unvergesslichen Heldin.


Bewertung
Auch wenn es ab und zu ein bisschen Überwindung kostet, weiterzulesen, am Ende bereut man es nicht. Toller Stil, unverbrauchte Formulierung, eine authentische Heldin und monsterhafte Ereignisse auf jeder Seite. "Bleeding Violet" ist weit davon entfernt, nach dem Lesen in Vergessenheit zu geraten!






Danke an: Baumhaus / Bastei Lübbe