22. Juli 2009

Tess Gerritsen - Trügerische Ruhe


Inhalt:

Dr. Claire Elliot ist vor acht Monaten mit ihrem 14-jährigen Sohn Noah aus Boston in den kleinen Ort Tranquility gezogen, um dort eine Praxis zu eröffnen. Der Umzug hat vor allem zwei Gründe: Zum einen will sie ihren Sohn vor weiteren Schwierigkeiten mit der Polizei bewahren, zum anderen soll die neue Umgebung einen Einschnitt in ihrem Leben darstellen, eine Abkappselung von ihrer Vergangenheit und ihrem verstorbenen Mann Peter.

Doch das Provinznest Tranquility macht seinem Namen keine Ehre: Schon in den Sommermonaten haben sich gewalttätige Vorfälle mit Teenagern zu häufen begonnen und jetzt, im November, gerät die Situation völlig außer Kontrolle: Die plötzlichen wilden Ausbrüche der Jugendlichen fordern mehrere Todesopfer, zu denen auch Noahs Biologielehrerin gehört - sie wird on einem Schüler während des Unterrichts erschossen.

Als auch Noah sich immer seltsamer benimmt, beginnt Claire zusammen mit dem Chef der örtlichen Polizei, Lincoln Kelly, nach den Ursachen der Gewalt zu forschen. Und schon bald machen die beiden mehrere seltsame Entdeckungen: Im nahegelegenen Wald wachsen mysteriöse blaue Pilze, und im Lake Locust taucht immer wieder eine grünliche, phosphoreszierende Masse auf.
Dann erfahren Claire und Lincoln, dass es bereits vor fünfzig und vor hundert Jahren zu ähnlichen Begebenheiten gekommen ist.
Claire gelangt immer mehr zu der Überzeugung, dass ein Parasit, der die Jugendlichen während dem Schwimmen an ihrer bevorzugten Stelle des Lake Locust befallen hat, die Gewaltattacken auslöst. Von dieser Theorie wollen die Einwohner von Tranquility allerdings gar nichts wissen, weil sie um ihre Einnahmen aus dem Tourismus fürchten.
Und wie kommt es, dass immer wieder der Name einer großen Pharmafirma bei Clairs und Lincolns Nachforschungen auftaucht ...


Meinung:

Tess Gerritsen weiß ganz genau, wie man einen spannenden Medizin-Thriller zu schreiben hat. Das hat sie mit Trügerische Ruhe wieder einmal unter Beweis gestellt.
Gerritsens Gedankengänge und Überlegungen sind immer bis ins kleinste Detail ausgefeilt, alles genau durchdacht. Und - was mir bei Krimis und Thriller sehr wichtig ist - ich hatte zwar immer meine eigenen Theorien, die dann auch meistens irgendwann vorkamen und durchgesprochen wurden, aber den letzten Clou habe ich bis zum Schluss nicht geahnt. Langeweile gibts da keine!

Man merkt Gerritsen sehr schnell an, dass sie weiß, wovon sie schreibt. Sowohl in medizinischer Hinsicht (nicht dass ich mich da selbst auskennen würde, aber ich neige eben dazu, zu allem möglichen Wikipedia zu befragen xD), als auch was ihre Charaktere betrifft. Selbst die Nebenfiguren wirken ausgefeilt und man hat bei jeder Szene sein eigenes Bild vor Augen, hat selbst schon ein Gefühl dafür, wie bestimmt Personen reagieren. Und das, obwohl Gerritsen im Großen und Ganzen auf zu detailierte Schilderungen verzichtet.


Fazit: Ein temporeicher Thriller, der es dabei sogar noch schafft, die Gesellschaftskritik nicht zu kurz kommen zu lassen.

3 Kommentare:

Lisa hat gesagt…

Tess Gerritsen ist wirklich eine Koryphäe des Genres...ich muss noch Blutmale von ihr lesen - steht seit Weihnachten im Regal xD

Hast du Chemie des Todes von Simon Beckett schon gelesen? DAS ist wirklich genial.

Stefanie Emmy hat gesagt…

Blutmale steht bei meiner Oma im Regal, das werd ich mir diesen Sommer vielleicht noch vornehmen (jetzt hab ich ja erst mal etwas Zeit). Und Roter Engel möchte ich unbedingt noch lesen!

Ahh, um die Chemie des Todes schleiche ich seit Monaten rum. Ich lese immer die erste Seite und dann kauf ichs doch nicht obwohl ich die erste Seite toll finde. xD
Mit deiner Meinung im Hinterkopf funktionierts jetzt vielleicht doch mal, dass ich das Ding kaufe. ;)

Lisa hat gesagt…

Solltest du unbedingt! Wie die Verwesung einer Leiche beschrieben wird ist allein schon genial - und da du dich ja für medizinische Sachen interessierst, denk ich, wird dir das gut gefallen.