26. Februar 2010

Martine Leavitt - Keturah, Gefährtin des Todes

Klappentext
"Eine Geschichte von Zauberei und Liebe, von Tod und Tapferkeit, und eine, die das Herz wärmt. Es wird die wahreste Geschichte sein, die ich je erzählt habe."

Die junge Keturah hat sich im Wald verirrt. Sie ist dem Tode nah - und der steht mit einem Mal leibhaftig vor ihr: dunkel, schön und dazu bereit, über Keturahs Schicksal zu verhandeln. Gelingt es Keturah, innerhalb eines Tages die große Liebe zu finden, von der sie in ihren Geschichten immer erzählt, darf sie leben. Keturah macht sich auf die Suche nach dieser Liebe. Aber wird sie es schaffen, den Einen, den Richtigen zu finden und dem Tod zu entkommen?


Inhalt
Ein kleines mittelalterliches Dorf im äußersten Winkel des Königreichs. Vom Rest des Reiches verachtet, schmutzig, die Bewohner in mehrfach geflickten Lumpen gekleidet. Doch Keturah liebt ihr Dorf und würde alles dafür tun. Keturah, die Geschichtenerzählerin.

Als Keturah 16 Jahre alt ist erblickt sie plötzlich den Hirsch, der den Jägern ihres Dorfes schon seit Jahren immer wieder entwischt. Sie selbst hat viele Geschichten über ihn erzählt und so folgt sie ihm, nur um sich wenige Stunden später vollkommen verirrt zu haben. Sie weiß, dass sie sterben wird und es dauert nicht lange, da steht der Tod in Gestalt einen stattlichen jungen Mannes vor ihr.

Keturah versucht ihn umzustimmen, ihn davon zu überzeugen, dass sie viel zu jung zum Sterben ist und schließlich tut sie das, was sie am besten kann: Sie erzählt Gevatter Tod eine Geschichte.
Doch diesmal ist es anders, denn Keturah erzählt ihre eigene Geschichte von der Suche nach der einen großen Liebe, die sie noch nicht gefunden hat. Weil sich Keturah weigert, dem Tod das Ende der Geschichte zu erzählen, gewährt er ihr noch einen Tag, um ihre große Liebe zu finden. Wenn sie dies schafft, so darf sie leben.

Zusammen mit ihren Freundinnen Beatrice und Greta macht sich Keturah auf die Suche. In ihrer Verzweiflung wagt sie sich sogar zur Dorfhexe Sor Lily, die ihr einen Zauber gibt, mit dem sich der Eine finden lässt.
Doch noch etwas anderes bedrückt Keturahs Herz, etwas, das sie ihren Freundinnen nicht erzählen kann. Der Tod hat ihr verraten, dass die Pest nicht weit ist und ihr Dorf schon in Kürze heimsuchen wird. Sie spinnt einen Plan, das Dorf schöner zu gestalten, was alles andere als einfach ist, weil sich schon bald herumgesprochen hat, dass Keturah, die Geschichtenerzählerin, mit dem Tod im Bunde ist.


Meinung
"Keturah" ist ein Märchen - sowohl sprachlich als auch was die Handlung anbelangt - und als solches von Anfang bis Ende schlüssig, wundervoll, träumerisch. Dass es sich hierbei um ein Märchen handelt, sollte man wohl besser wissen, bevor man das Buch überhaupt aufschlägt.

Die Sprache von "Keturah" zeichnet sich vor allem durch die kurzen bis mittellangen Sätze aus, die das Geschehen auf den Punkt bringen. Keine langen Erklärungen warum oder warum gerade so etwas passiert, es geschieht eben. Außerdem ist die Geschichte sehr fließend geschrieben und obwohl keine außergewöhnlichen Wörter verwendet werden hatte ich doch das Gefühl, etwas Wunderschönes zu lesen.
Einzig die Ich-Perspektive, die man bei Märchen sonst nicht findet, tanzt ein bisschen aus der Reihe. Diese Erzählperspektive ist aber in diesem Fall sehr passend, weil Keturah dem Leser ihre eigene Geschichte erzählt.

Was die Handlung anbelangt, so gibt es mehr als genug Aspekte, die an ein Märchen erinnern.
Zum einen ist da ein schönes junges Mädchen, das nach der Liebe sucht - das allein schon füllt ganze Märchenbücher. Zum anderen die Hexe und der Tod, beides Figuren der "bösen" Sparte, die aber in "Keturah" auch ihre guten Seiten offenbaren. Sowohl die Hexe als auch der Tod sind bereit, Keturah zu helfen - die eine mit Liebeszaubern, der andere mit Aufschub ihres Todes -, jedoch nicht ohne eine Gegenleistung einzufordern.
Auch die verschiedenen Geschehnisse kommen sehr märchenhaft daher. Die Verhandlungen mit dem Tod, der sich nur von den stärksten Persönlichkeiten beeindrucken lässt. Die beiden Freundinnen, die für die Rettung von Keturah selbst ihre eigene Liebe opfern würden. Keturah selbst, die von den Dorfbewohnern gemieden wird nachdem man von ihren Treffen mit dem Tod erfährt, verliert nie die Hoffnung und glaubt an das Gute in den Menschen. Am Ende wird sie dafür belohnt und geachtet.

Und, wie in Märchen üblich, das Happy End darf natürlich auch nicht fehlen.
Für den Ausgang des Buches gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, ich war dann aber trotzdem sehr überrascht und habe eine ganze Nacht mit Nachdenken verbracht. Und ja, es war richtig so. Wenn man sich mit dem Tod einlässt hat das eben seine Folgen, das hat auch Keturah verstanden.

Ein Buch, das ich in einem Zug gelesen habe, das mich nicht losgelassen hat und noch jetzt verfolgt - das mich wahrscheinlich noch tagelang verfolgen wird. Mit jeder Seite brannte ich darauf, mehr zu erfahren, wollte wissen, wie sich Keturah retten würde, wie sie sich immer wieder aus der Schlinge zieht.
Mich hat "Keturah" vollends überzeugt.

Hinweis: Auf YouTube gibt es übrigens auch ein wunderschönes Video zum Buch (einfach nach "Keturah and Lord Death" suchen), allerdings verrät es das Ende des Buches, deshalb wäre es vielleicht ratsamer, den Clip erst nach der Lektüre anzusehen. Trotzdem wollte ich es euch nicht vorenthalten. :)


Bewertung
Eine Liebesgeschichte, eine Geschichte über Freundschaft, Magie und das Zusammenspiel von Leben und Tod. Nichts anderes als 5 Blümchen für dieses wunderschön geschriebene Buch, das ich garantiert nicht das letzte Mal gelesen habe.





Herzlichen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars dem Hanser-Verlag!

2 Kommentare:

Aria hat gesagt…

Das klingt wirklich genial - landet auch gleich auf meiner Wunschliste +lol+

Firmin hab ich übrigens auch durch :D

Anonym hat gesagt…

oh mein gott ich hab das buch schon gelesen und es ist der wahnsinn
ich liebe es <3