12. Mai 2010

Gail Carriger - Soulless

 Band 1 von "The Parasol Protectorate"

Klappentext
Alexia Tarabotti is laboring under a great many social tribulations. First, she has no soul. Second, she's a spinster whose father is both Italian and dead. Third, she was rudely attacked by a vampire, breaking all standards of social etiquette.

Where to go from there? From bad to worse apparently, for Alexia accidentally kills the vampire -- and then the appalling Lord Maccon (loud, messy, gorgeous, and werewolf) is sent by Queen Victoria to investigate.

With unexpected vampires appearing and expected vampires disappearing, everyone seems to believe Alexia responsible. Can she figure out what is actually happening to London's high society? Will her soulless ability to negate supernatural powers prove useful or just plain embarrassing? Finally, who is the real enemy, and do they have treacle tart?


Inhalt
Miss Alexia Tarabotti was not enjoying her evening.
Alexia Tarabotti ist kein graziöses, bezauberndes viktorianisches Fräulein wie ihre Halbschwestern. Sie hat keine Seele, ist eine alte Jungfer Mitte 20 und zu allen Überfluss auch noch Halbitalienerin mit zu dunklem Haar, zu dunkler Haut und einer zu großen Nase. Kein Wunder also, dass es ihre Mutter von vornherein aufgegeben hat, sie unter die Haube zu bringen. Welcher Mann würde sich auch mit einer aufmüpfigen, belesenen Frau abfinden, die zudem auch noch genau weiß, was sie will.

Ein Glück nur, dass Miss Tarabottis Mutter nichts von der Seelenlos-Sache weiß. Denn genau die ist es, die Alexia immer wieder in die unmöglichsten Situationen bringt, kann sie doch allein durch eine Berührung jeden Vampir und Werwolf für die Dauer des Kontaktes zurück in seine menschliche Form versetzten.
Miss Tarabotti ist allerdings mehr als verwundert, als sie auf einem Ball ein Vampir anfallt, der noch nie von ihr gehört zu haben scheint! Dass sie ihn anschließend unabsichtlich tötet vereinfacht die Lage nicht unbedingt.

Wie gerufen steht auch keine 5 Minuten später Lord Conall Maccon, ein Ermittler des BUR (Bureau of Unnatural Registry), vor Alexia. Und wie immer dauert es nicht lange, bis die beiden aneinander geraten. (Insgeheim ist sich Miss Tarabotti sicher, dass Lord Maccon ihr immer noch die Schuld für die Sache mit dem Igel gibt.)

Zwischen Teetrinken und Spaziergängen (natürlich ausgestattet mit ihrem Sonnenschirm) wird Alexia Tarabotti immer mehr in die Ermittlungen hineingezogen und erfährt, dass immer mehr registrierte Vampire und Werwölfe verschwinden - während unregistrierte, unwissende auftauchen. Und auch hinter Miss Tarabotti selbst scheint jemand herzusein ...


Meinung
Ich war eigentlich ein bisschen skeptisch was das Buch angeht, vor allem als ich gesehen habe, dass es nur in dieser billigen Form aufliegt, die so typisch für englische Massenware ist.(Kleine Schrift, kleines Buch, fällt öfter mal auch auseinander, riecht nach ... keine Ahnung, nicht gut eben) Ich hasse dieses Format!
Umso mehr spricht es also für die Qualität des Inhalts, dass ich "Soulless" in den letzten zwei Tagen nicht aus der Hand legen konnte - einzig die Aufgaben, die ich für das Studium erledigen musste, haben mich davon abgehalten, es in einem Rutsch durchzulesen.

Alexia ist eine Protagonistin, die man sofort mag. Sie ist eine alte Jungfer (spinster) Mitte 20, intelektuell interessiert und ganz und gar nicht auf den Mund gefallen. So vergisst sie bei ihrem unerwarteten Zusammentreffen mit einem hungrigen, sie anfallen Vampir auch nicht darauf, ihn auf die Unschicklichkeit der Situation hinzuweisen - immerhin wurden sie einander nie vorgestellt!
Für Lord Conall Maccon - Werwolf - hat sicher besonders die weibliche Leserschaft etwas übrig. Er ist eben genau so wie ein starker, viktorianischer Held sein muss, Gentleman und Werwolf in einem - was will man mehr ;-)

Das Herausragende an "Soulless" ist aber in meinen Augen die Sprache. Bei jedem Wort schwingt ein Hauch von Sarkasmus und Ironie mit, meist sehr unterschwellig und keines Falls aufdringlich. Außerdem hört man das Britische Englisch direkt aus den Seiten heraus - zusammen mit den treffenden Bemerkungen der Charaktere ergibt das ein äußerst amüsantes Leseerlebnis, bei dem ich auch immer wieder laut auflachen musste.

Genremäßig gehört "Soulless" zu Steampunk. Die Handlung spielt im viktorianischen Zeitalter (ich hätte geschätzt so um 1850, 1860 rum) und ist besiedelt mit Vampiren, Werwölfen und Geistern, die offen in der Gesellschaft leben und Queen Victoria in Form des "Shadow Council" bei Ermittlungen die "Supernaturals" betreffend unterstützen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wer ein Buch sucht, das einen einfach nur von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhält, ist mit "Soulless" garantiert gut dran.


Bewertung
"Soulless" ist als Unterhaltungs-Roman gedacht und als solcher hat er in meinen Augen 5 Blümchen verdient.






Die "The Parasol Protectorate"-Reihe:
"Soulless" ist Band 1. Band 2 heißt "Changeless" und ist am 1. April 2010 erschienen. Der 3. Teil der Reihe, "Blameless" wird ab 1. September 2010 erhältlich sein.

9 Kommentare:

Lisa O hat gesagt…

Fein! Ich hab es heute bekommen :D
Ich find auch die Beschreibung der Autorin genial "harem of Armenian lovers" xDD

Das Format, das du beschreibt...die meisten meiner englischen Bücher sind in dem Format xD Ich hab mich dran gewöhnt und find es auch gut, dass sie so klein sind, dass man sie überall hin mitnehmen kann (auch in g a n z kleinen Taschen)

Marco L. hat gesagt…

Deine Rezi ist gut geworden, aber richtig überzeugen konnte es mich dann schließlich doch nicht. Vielleicht werde ich mal bei Gelegenheit reinschauen und mir mein eigenes Bild machen =) Welches Format meinst du eig. das z.B. von "The Morganville Vampires"? Das ist ja auch ein kleines Format, oder ist Soulless nochmal anders? xD

Stefanie Emmy hat gesagt…

@Lisa: Oh ja, die Beschreibung der Autorin ist toll - so in der Art ist eigentlich das ganze Buch geschrieben xD
Naja, vielleicht gewöhn ich mich auch noch dran. Ich hab bisher - wenns hoch kommt - 3 Bücher in dem Format gelesen.

@Marco: The Morganville Vampires hab ich nicht gelesen. Ich mein dieses 17x10 Format, ganz typisch für englisch Bücher, kosten meistens so 5 - 7 € (vom Preis her beschwer ich mich ja nicht xD).

Lisa O hat gesagt…

@Marco: Ja, wie die Morganville, aber dicker.

@Fani: Tjaja, die Macht der Gewohnheit xD
Ich freu mich schon drauf +hihi+

Kari hat gesagt…

Mir haben es ja die Cover total angetan und nachdem ich deine Rezi gelesen habe (warum lese ich die überhaupt?!) ist es sofort auf meinen Wunschzettel gewandert -.-
Zu diesem Billig-Format kann ich nur sagen, die Morganville-Vampires-Reihe ist auch in so einem Format und da ist auch der Inhalt einfach grandios ^^ Manchmal darf man eben nicht nach der Verpackung gehen. *gg*

Lisa O hat gesagt…

Stimmt - Aussehen ist nicht alles xD Auch die Weather-Warden-Reihe, Die Tb-Version von The-Darkest-Power-Reihe, die alten The-Black-Jewels-Bücher, alle Otherworld-Romane von Armstrong usw usw haben das Format und sind einfach nur umwerfend!

catbooks hat gesagt…

Vom Inhalt her ist es leider nichts für mich! Aber die Cover sehen wirklich toll aus und erinnern mich ganz stark an "Marry Poppins"!! ;)

evi hat gesagt…

Das Cover dieses Buches hat mich schon total angesprochen, als ich es zum ersten Mal auf einem englischen Blog gesehen habe. Inzwischen tauchen überall gute Kritiken auf und dir hats auch gefallen...
Glaubst du kann ich das lesen, auch wenn ich praktisch keine Erfahrung mit Vampiren und Werwölfen habe? Also lesetechnisch mein ich *gg*
Ist ja nicht so unbedingt mein Genre, aber ich tät´s gern probieren und das Buch klingt irgendwie wirklich verlockend...
LG, Evi

Stefanie Emmy hat gesagt…

Ganz im Gegenteil: Es ist wahrscheinlich sogar ein Vorteil, wenn du sonst nichts mit Vampiren und Werwölfen liest. "Soulless" geht an das Thema nämlich teilweise recht klischeehaft ran, deswegen hatte ich auch befürchtet, es könnte mir möglicherweise auf die Nerven gehen - ist es Gott sei Dank nicht, weil das Thema Werwölfe und Vampire von der Aufmachung her nicht im Vordergrund steht. Kein großes Herumerklären auf die Art "Was, es gibt euch wirklich?", in "Soulless" ist es schlicht und einfach eine Tatsache, dass Vampire und Werwölfe in die Gesellschaft integriert sind. Von daher könntest du auch genausogut Harry Potter lesen - da wird auch von Anfang an klargestellt: Ja, es gibt Zauberer.
Was ich sagen will: Lies es einfach ;)