26. September 2009

Lilith von Christoph Marzi

Klappentext
Es geschehen seltsame Dinge in London. Vier Jahre nach den Ereignissen, die das Waisenmädchen Emily Laing die Uralte Metropole haben entdecken lassen, bewahrheiten sich die Worte des Lichtlords: Alles wird irgendwann wieder leben. Im Dunkeln regen sich mysteriöse Gestalten, Menschen verschwinden vom Angesicht der Erde und seltsame Träume suchen Emilys Freundin Aurora heim. Und s steigen die beiden Waisenmädchen in Begleitung des mürrischen Alchemisten Wittgenstein und des Elfen Maurice Micklewhite erneut in die gheimnisvolle Welt unterhalb Londons hinab. Eine Welt, bevölkert von Wiedergängern, agyptischen Gottheiten, gefallenen Engeln, goldenen Völgeln und psrechenden Ratten. Und eine Welt in großer Gefahr. Wer ist die geheimnisvolle Frau, deren Erscheinen immer mit großer Not und grauenhaften Verbrechen verbunden ist? Welche Rolle spielt der Junge, in dessen Augen sich Emily verloren hat? Die Spur führt sie über Paris hinab in einen düsteren Abgrund, wo inmitten des Wüstensands die Asche einer Frau gefunden werden muss, die man einst Lilith nannte.

Inhalt
"Die Welt ist gierig, und manchmal verschwinden Menschen in ihrem Schlund, ohne jemals wieder gesehen zu werden ..."

Der zweite Teil der Uralten Metropole beginnt mit dem Verschwinden von Aurora Fitzrovia, der besten Freundin Emily Laings, und ihres Mentors, Maurice Micklewhite. Das Zugabteil des Orient Expresses, mit dem sie von Paris nach London reisen sollten, ist völlig verwüstet und für den Alchemisten Wittgenstein und die inzwischen 16-jährige Emily ist schnell klar, dass nur Wiedergänger der Grund für das Verschwinden ihrer Freunde sein können.

Die Wiedergänger streifen seit ihrem Bestehen durch die Weltgeschichte und wann immer sie auftauchen, verschwinden Menschen, oft sogar ganze Städte. Und jetzt scheint es als wären die Wiedergänger nach London gekommen, zusammen mit ihrer Herrin Carathis. Und nur eine kann Carathis aufhalten: ihre Mutter Lilith.

Gemeinsam mit neuen Verbündeten, wie zum Beispiel Emilys Freundin Eliza Holland, aber auch alten Bekannten aus Teil 1 der Reihe beginnen Emily Laing und Master Wittgenstein nachzuforschen und begeben sich schließlich nach Paris, denn die Asche der Lilith muss in der Hölle aufgespürt werden und wo könnte man der Hölle schon näher sein als in der Stadt der Liebe.

Meinung
Wie schon in Lycidas zeichnet Christoph Marzi zu Beginn eine vorrausgegriffene Ausgangssituation, die sofort neugierig macht. Genau das mochte ich so an Lycidas. Dieses Vorgreifen und das anschließende Zurückspringen und langsame Antasten an die ursprüngliche Situation. Und wie in Lycidas werden auch in Lilith Dialoge und Geschehnisse erst nach und nach komplettiert, was aber spannungs- und inhaltstechnisch überhaupt nicht störend ist. Im Gegenteil: Gerade diese Art zu Erzählen macht den Reiz von Marzis Uralter Metropole aus.

Da Emily und Aurora inzwischen auch schon etwas älter sind, kommt in Lilith auch der romantische Aspekt nicht zu kurz, wobei dieser Handlungsstrang nie völlig in den Vordergrund rückt. Es passiert mehr so nebenbei - wie eigentlich alles bei Marzi. Zumindest scheint es so, als ob die verschiedensten Elemente leichtfüßig miteinander zerfließen, doch spätestens am Ende wird klar, dass alles seinen Platz in dieser Geschichte hat und sich nahtlos zusammenfügt.

Ein Aspekt, der Lilith von Lycidas unterscheidet, ist der, dass nicht nur Wittgenstein die Vorkommnisse erzählt und kommentiert, sondern auch Eliza Hollands Tagebuchaufzeichnungen direkt vorkommen. Die Umstellung von Wittgensteins auf Elizas Erzählparts fand ich anfangs etwas schwierig, aber sobald ich ein paar Seiten gelesen hatte, bin ich auch in Elizas Worten völlig versunken. Sie erzählt von der Vergangenheit, von ihren Erlebnissen in Ägypten und Osteuropa, als sie für Howard Carter gearbeitet hat, der zu dieser Zeit gerade auf der Suche nach dem Grab des Pharaos Tut-ankh-Amen ist. Die ägyptische Mythologie macht überhaupt einen großen Teil von Lilith aus und es war wirklich spannend, wieder einmal in diese Welt einzutauchen.

Alles in Allem muss ich mich wohl bald auf Lumen, den dritten Teil, stürzen, um zu erfahren, wie es mit Emily und Aurora weitergeht.

Bewertung
Ein mehr als gelungener zweiter Teil, der mir sogar teilweise noch besser gefallen hat als Lycidas.

3 Kommentare:

Katha hat gesagt…

Tolle Rezi!
Hach und als nächstes wartet dann mein Lieblingsband der Reihe auf dich...hach, was habe ich da geheult...und jetzt habe ich gerade wieder den Drang, "Lumen" aus dem Regal zu holen und bissi drin zu lesen...hach...

Stefanie Emmy hat gesagt…

Auf Lumen freu ich mich auch schon sehr! :D Ich muss nur mal abwarten, wenn ich mal 3 Tage nichts zu tun habe, weil ich genau weiß, dass ich wieder in einem durchlesen werde ;)

Laura hat gesagt…

Ich fand den dritten Teil, also Lumen, auch am besten. Die Story hat sich von Lycidas an immer mehr verbessert, finde ich. Sehr cool!