2. Januar 2010

Martin Suter - Die dunkle Seite des Mondes

Klappentext
Starwirtschaftsanwalt Urs Blank, fünfundvierzig, Fachmann für Fusionsverhandlungen, hat seine Gefühle im Griff. Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen. Ein Trip mit halluzinogenen Pilzen führt zu einer gefährlichen Persönlichkeitsveränderung, aus der ihn niemand zurückzuholen vermag. Blank flieht in den Wald. Bis er endlich begreift: Es gibt nur einen Weg, um sich aus diesem Alptraum zu befreien.


Inhalt
Urs Blank ist der Partner einer renomierten Anwaltskanzlei in der Schweiz und dort als Fachmann für Fusionsverhandlungen sehr angesehen. Doch trotz seines Erfolges ist er mit seinem Leben nicht recht zufrieden. Da kommt ihm der Tipp seines Partners, sich eine jüngere Freundin zu suchen, gerade recht und fast zufällig läuft er wenige Tage später der jungen Lucille über den Weg, die einen Flohmarktstand mit allerlei indischen Waren betreibt.

Begnügt sich Blank zuerst nur mit Räucherstäbchen, die seiner Freundin Evelyne überhaupt nicht in den Kram passen, wird es bald mehr. Blank lässt sich mit Lucille ein, die ihn nach einigen Wochen dazu überredet, halluzinogene Pilze zu nehmen.

Die beiden fahren übers Wochenende aus der Stadt hinaus, doch nach seinem Trip ist Blank nicht mehr er selbst. Es fängt mit Gereiztheit an und führt schließlich dazu, dass Blank seine Gefühle kaum noch kontrollieren kann. Nicht einmal Blanks Freund und Psychiater kann ihm helfen und so entwickelt Blank seine ganz eigene Therapie: Er zieht sich immer mehr in den Wald zurück.

Doch auch der Aufenthalt in einer Klinik kann nicht verhindern, dass Blank mehrere Morde begeht und schließlich keinen anderen Ausweg sieht, als völlig im Wald zu leben. Und sich dort auf die Suche nach dem kleinen gelben Pilz zu machen, den Blank irrtümlicherweise zu den halluzinogenen Pilzen dazugenommen hat. Denn Blank ist überzeugt, nur wenn er den Trip so wiederholt, wie er das erste Mal stattefunden hat, kann er seine Persönlichkeitsveränderung rückgängig machen.


Meinung
"Die dunkle Seite des Mondes" ist der dritte Teil der sogenannten "Neurologischen Trilogie" von Martin Suter. Die anderen beiden Teile sind "Small World" und "Ein perfekter Freund", in denen es um Alzheimer und Amnesie geht.
Mit dem Thema Persönlichkeitsveränderung in "Die dunkle Seite des Mondes" wird die Trilogie abgerundet.

Ich habe mir sehr viel von diesem Buch erwartet, nachdem mit besonders "Ein perfekter Freund" sehr gut gefallen hat. Ganz wurden diese Erwartungen nicht erfüllt, wobei ich gar nicht genau sagen kann, woran das liegt.
Der Anfang des Romans war sehr vielversprechend - ein richtiger Suter eben. Aber dann war da ein Loch im Spannungsbogen, das sich nie mehr ganz geschlossen hat.

Sprachlich kann ich jedoch überhaupt nichts aussetzten. Wie von Suter gewohnt ist der Roman gleichermaßen nüchtern, klar und humorvoll geschrieben. Ein paar Mal hatte ich trotz des berichtartigen Schreibstils ein Grinsen auf dem Gesicht.
Eine weitere Stärke Suters ist es, dass er es schafft, auch wissenschaftliche Themen so aufzurollen, dass ihnen ein Normalsterblicher ohne Probleme folgen kann.

Jedoch würde ich "Die dunkle Seite des Mondes" nur eingefleischteren Suter-Lesern empfehlen. Mir hat es gefallen, solltet ihr aber das erste Mal zu einem Suter greifen wollen, dann nehmt am besten "Lila, Lila" oder "Ein perfekter Freund". Übrigens wurde "Lila, Lila" mit Daniel Brühl und Hannah Herzsprung in den Hauptrollen verfilmt. Ich habs leider noch nicht gesehen, aber der --> Trailer <-- scheint schon mal sehr vielversprechend.


Bewertung
Ein Blümchen Abzug, weil das Buch spannender hätte sein können. Sonst top!

3 Kommentare:

Auglia hat gesagt…

Nachdem ich deine Rezi gelesen habe, fiel mir wieder ein, dass ich eigentlich mehr Bücher von Martin Suter lesen wollte, vor allem, da mir "Small World" wirklich sehr gut gefallen hat.

Stefanie Emmy hat gesagt…

Small World war auch mein erstes Suter-Buch. Hat mir seeehr gut gefallen, aber da kannst du dich freuen: Lila, Lila und Ein perfekter Freund sind meiner Meinung nach noch ein Stück besser. :)
Ich werd wohl als nächstes den Teufel von Mailand lesen, der sieht mich schon länger an.

Anonym hat gesagt…

Das Buch war totaller Mist.
Ich verstehe nicht wie alle das ÄBuch gut finden.
Es hat für mich nix von einem Krimi oder Detekticgeschichte. Auch diese Wirtschaftskriminalität hat er a) nur kurz angeschnitten und b) nüberhaupt nicht erklärt. Nur weil er diese Drogenpilze kurz erwähnt hat und den Leser mit Eklärungen für Hauptschüler abgespeist hat, soll ich es gut finde. Nein tut mir leid. Von so einem Buch möchte ich wirklich allen abraten