17. März 2010

Carina Bargmann - Sayuri

Klappentext
Eine uralte Prophezeiung. Ein dunkles Geheimnis. Und eine Liebe, die alle Schranken überwinden muss.

Das Wasser des Flusses Shanu droht zu versiegen und der Kaiserstadt den Tod zu bringen. Sayuri und Marje sind gezwungen, in die Wüste zu fliehen. Als sie dem Neffen des verhassten Herrschers begegnen, nimmt ihr Leben eine unvorhergesehene Wendung. Denn Kiyoshi ist auf der Suche nach der Auserwählten, in deren alleiniger Macht es liegt, das tödliche Schicksal aller Stadtbewohner abzuwenden.

Carina Bargmann hat mit nur siebzehn Jahren eine Welt erschaffen, die in allen Facetten fasziniert. Ein neuer Stern am Fantasyhimmel!


Inhalt
Die Kaiserstadt ist in zwei Teile getrennt. Die Bewohner der alten Stadt bekommen Wasser, so viel sie nur brauchen, während die Taller, wie die Leute der neuen, außerhalb gelegenen Stadt genannt werden, um jeden Tropfen kämpfen müssen.
Deshalb beschließen Marje und Milan in eine der Zisternen einzubrechen, die den Wasserfluss in die verschiedenen Stadtteile regulieren. Ihr Kunststück gelingt, doch noch am Heimweg stolpert Marje in einen Soldaten der Stadtwache, den sie in ihrer Not, endlich fliehen zu können, mit ihrem Dolch verletzt.

Nur wenige Tage später erkennt Marje ihren Fehler, als die kaiserliche Familie, allen voran der regierende Kaiserbruder Miro und Kiyoshi, der Neffe des Kaisers und Erbe Miros, durch die Stadt ziehen, um eine Sternen-Prophezeiung zu verkünden. Die Wasser des Flusses Shanu sinken, deshalb müssen alle 16-Jährigen die Stadt verlassen. Sie werden in die Wüste geschickt, wo sie dem sicheren Tod kaum entkommen können.

Bald schon begreift Marje, dass der Kaiserbruder ein besonderes Interesse an ihrer Freundin Sayuri zu haben scheint. Gemeinsam fliehen die beiden Mädchen vor den kaiserlichen Soldaten in die Wüste, wo sie auf Kiyoshi treffen, der sich von seiner Familie losgesagt hat und auf der Suche nach der "Quelle der Weisheit" ist.
Mit der Zeit jedoch entdecken die drei Gefährten, dass Miro dem Volk der Kaiserstadt nicht ganz die Wahrheit gesagt hat. Denn in Wahrheit, will er nicht alle 16-Jährigen loswerden, sondern nur einen einzigen.


Meinung
Ich habe Sayuri gelesen und war so gefangen in der Geschichte, dass ich nicht mal daran gedacht habe, mir Notizen zu machen. Blöde Sache, andererseits spricht schon allein diese Tatsache eindeutig für das Buch.

Schon optisch kann sich "Sayuri" wirklich sehen lassen. Die Covergestaltung ist traumhaft schön, die Regentropfen zwischen den Blüten glänzen sogar richtig toll wenn man das ganze ins Licht hält. Und alles in lila! Mich hat das Buch also schon durch die Blütenranken am Cover positiv beeindruckt.

Ein Cover allein macht ein Buch aber ganz und gar nicht aus. Doch in diesem Fall muss man sich wegen etwaiger Enttäuschungen kaum Sorgen machen. Der Inhalt des Buches hält was das Cover verspricht, hat teilweise sogar meine Erwartungen übertroffen.
Schon die ersten Seiten ziehen den Leser direkt in das Geschehen, die Erzählung setzt direkt bei Marjes Einbruch in die Zisterne an. Und auch der Prolog davor ist Carina Bargmann richtig gut gelungen - es kommt nicht oft vor, dass ich diese Einleitung ohne genervtes Vorblättern und Nachschauen, wie lange es denn noch dauert, lese.

Genauso spannend wie "Sayuri" beginnt, geht es auch weiter. Der erste Teil des Buches spielt in der Kaiserstadt, die Autorin führt ihre Figuren ein und bringt sie dem Leser näher, was ihr ebenfalls sehr gut gelungen ist. Bargmanns Charaktere sind eigenwillig und kämpferisch. Gerade Marje ist mir schon auf den ersten Seiten ans Herz gewachsen. Nur mit Kiyoshi konnte ich das ganze Buch über nicht richtig warm werden und ich weiß leider nicht mal, woran das lag, denn im Prinzip ist auch er ein Charakter, der zum Mitfiebern wie geschaffen ist.

Im zweiten Teil wird die Handlung schließlich in die Wüste außerhalb der Kaiserstadt verlegt, wo dem Leser eine ganze Reihe neuer Figuren begegnen. Carina Bargmann hat sich neben altbekanntem wie Zentauren auch eine ganze Menge neues einfallen lassen.
Was den Reiz dieser magischen Wesen ausmacht beweist die Autorin in diesem Fall, indem sie die verschiedensten Geschöpfe, die sonst rein gar nichts miteinander zu tun haben, nebeneinander existieren lässt. Irrlichter, Zentauren, Greifen. Des Weiteren hat Bargmann ganz eigene Wesen kreiert wie zum Beispiel die Essjiar und Shaouran.

Es gibt eigentlich nur einen einzigen Punkt, den ich bemängeln muss, und das ist das Ende, das etwas dürftig ausgefallen ist. Nach der spannenden Jagd durch die Wüste, den wilden Kämpfen gegen die Essjiar, dem Rätsel um Sayuri - denn bis zuletzt ist nicht klar, was sie eigentlich ist - war ich vom Ausgang der Geschichte enttäuscht. Im Gegensatz zum restlichen Buch ist es nämlich reichlich unspektakulär und wirkt auf mich ziemlich erzwungen.

Nichtsdestotrotz ist "Sayuri" ein Debüt, das nach mehr verlangt. Eines, das Fantasyliebhabern gefallen wird und ob der schönen Sprache des Öfteren an Jenny-Mai Nuyen erinnert.
Über all dem darf man natürlich auch nicht vergessen, dass Carina Bargmann ihr Debüt mit nur siebzehn Jahren geschrieben hat. Lassen wir sie erst mal ihr Abitur machen - ich bin mir sicher, danach können wir uns noch auf so einiges freuen!


Bewertung
Wegen des dürftigen Endes ein Blümchen Abzug. Trotzdem, das Buch trägt den Stempel "Empfehlung".





Herzlichen Dank für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars dem Arena-Verlag!

2 Kommentare:

Lisa O hat gesagt…

Mist und ich hab gehofft, dass das ein Buch ist, das ich nicht lesen werde! Naja... xD

Stefanie Emmy hat gesagt…

Oh ja, Carina Bargmann hat da wirklich eine tolle Geschichte geschrieben. Ich wusste ja erst nicht, ob ich mich auf das Buch überhaupt freuen soll - nach dem Totalreinfall mit "Dardamen", ist ja ebenfalls von einer sehr jungen Autorin. Aber "Sayuri" war dann echt richtig gut! :)

Gib die Hoffnung nicht auf, irgendwann werde ich was lesen, dass dich ÜBERHAUPT nicht interessiert - glaub ich xD