20. März 2010

Licia Troisi - Die Feuerkämpferin. Im Bann der Wächter

Klappentext
Endlich herrscht Frieden in der Aufgetauchten Welt. Doch beunruhigende Ereignisse deuten auf einen Wandel hin: Eine unerklärliche Krankheit breitet sich aus und bringt den Tod. Die Kranken sind von schwarzen Flecken gezeichnet, sie bluten aus Augen, Ohren und Mund. Nur Nymphen und Wesen mit Nymphenblut scheinen immun zu sein.
In diesem Klima des steigenden Misstrauens und der Angst findet sich eines Tages ein junges Mädchen auf einer Wiese wieder. Sie hat ihr Gedächtnis verloren, weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, woher sie kommt. In eine schlichte Tunika gekleidet, trägt sie nur einen Dolch bei sich. Als zwei infizierte Männer das Mädchen angreifen, wird sie von dem Drachenritter Amhal gerettet. Er nimmt sich ihrer an und tauft sie auf den Namen Adhara. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Laodamea, wo Amhal seine Begleiterin einem Magier vorstellt. Dieser erkennt sofort die besondere Kraft des Mädchens. Doch er ahnt nicht, dass Adhara das Schicksal der Aufgetauchten Welt in sich trägt.


Inhalt
Ein Mädchen erwacht auf einer Wiese. Sie weiß nicht wer sie ist, wo sie ist oder wie sie dorthin gekommen ist. Mit ihrer unbekannten Herkunft verbinden sie nur eine schlichte Tunika, ein Dolch, den sie bei sich trägt, und die Striemen an ihren Han- und Fußgelenken.
Völlig orientierungslos macht sich das Mädchen auf den Weg und gelangt in eine fremde Stadt. Dort beobachtet sie zwei Männer, die ihr mit schwarzen Flecken übersähtes Gesicht zu verbergen versuchen. Kurz darauf wird sie von den beiden angegriffen und kommt nur knapp mit dem Leben davon, weil ihr der angehende Drachenritter Amhal mit helfender Hand zur Seite steht.

Amhal nimmt sich des Mädchens an, nimmt sie mit nach Laodamea. Und er ist es auch, der ihr einen Namen gibt: Adhara. Von Anfang an fühlen sich die beiden einander zugehörig, dieses Gefühl verstärkt sich noch, als sie auf dem Weg nach Laodamea in einem Dorf haltmachen, das von einer seltsamen Krankheit niedergerafft scheint.

In Laodamea lassen sich Amhal und Adhara von einem Heilpriester untersuchen, doch sie beide tragen Nymphenblut in sich und sind deshalb immun. Was aber noch viel wichtiger ist: Der Priester erkennt sofort, dass Adhara eine starke Kraft in sich trägt, dass sie mit Siegeln und Zaubern belegt wurde, die ihr scheinbar die Erinnerungen gestohlen haben.
Auf der Suche nach ihrer Herkunft begleitet Adhara ihren Retter weiter nach Neu-Enawar und Makrat, wo König Learco und Königin Dubhe herrschen. Und auch die Hohepriesterin Theana lebt dort - von ihr erhofft sich Adhara Hilfe.


Meinung
Endlich ein neues Buch von der Italienerin Licia Troisi, die schon mit "Die Drachenkämpferin" und "Die Schattenkämpferin" wunderbare Trilogien vorgelegt hatte. "Im Bann der Wächter" ist der erste Teil ihrer neuesten Reihe "Die Feuerkämpferin".
Schon "Die Schattenkämpferin", in der es um Dubhe und ihren Fluch geht, hat mich sehr fasziniert, deshalb war es selbstverständlich, dass ich auch den neuen Roman der Italienerin unbedingt lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Besonders den Beginn des Buches, als Adhara auf der Wiese aufwacht und sich nach und nach zu orientieren versucht, ist grandios geschrieben! Ich hatte im Vorhinein Angst, dass sich gerade dieser Teil etwas langatmig und - ja - langweilig gestalten würde, aber das war überhaupt nicht der Fall. Troisi beschreibt Adharas Verwunderung, ihre Faszination, ihre Angst und Verzweiflung derart lebensnah, sodass es mir überhaupt nicht schwer viel, sofort in die Geschichte einzusteigen.

Der Cast von Charakteren besteht neben Adhara und ihrem Retter Amhal noch aus vielen anderen neuen Figuren, doch dem Leser begegnen auch eine ganze Reihe von altbekannten Gesichtern. Das fand ich besonders schön, denn so fiel es mir deutlich leichter, an die Geschichte aus "Die Schattenkämpferin", die 50 Jahre früher spielt, anzuknüpfen. Vor allem gefreut habe ich mich über Dubhe und Theana.

Aber auch mit Adhara ist Licia Troisi erneut eine wunderbare Protagonistin gelungen. Nicht gar so kämpferisch wie wir es von Dubhe der Schattenkämpferin gewohnt sind, aber doch auch ein sehr starker, zielstrbiger charakter.
Adhara muss sich in einer ihr fremden Welt zurecht finden, was - so glaube ich, gerade Troisi-Neulingen den Einstieg in die Aufgetauchte Welt erleichtern sollte.

Nicht nur der Hauptcharakter Adhara ist diesmal etwas anders geraten, auch in der Handlung taucht ein für Troisi-Leser fremder Aspekt auf: die Krankheit. Entfernd angelehnt scheint das Szenario an die Pest-Epidemien des europäischen Mittelalters, wobei mir da einige Parallelen aufgefallen sind. Zwei davon sind zum einen die schwarzen Hautveränderungen und zum anderen das Verhalten der Menschen, einen Schuldigen zu suchen. Während die Menschen des Mittelalters sofort die Juden in ihrer Mitte verdächtigten, die Pest verbreitet zu haben, so stürzten sich die Bewohner der Aufgetauchten Welt auf die Nymphen, die immun gegen die schnell tötende Krankheit zu sein scheinen.
Aber das nur am Rande.

Die Handlung betreffend muss ich außerdem noch loswerden, dass dieser 1. Teil eigentlich nicht mehr als eine Einleitung, ein Richten der Ereignisse, ist, um dann im 2. Teil - da bin ich mir sicher - die eigentlichen Komplikationen der Geschichte, die schon jetzt gestartet und dargelegt wurden, richtig auszuleben.
Der Anfang des Buches ist sehr fesselnd, danach aber lässt die Spannung bald schon nach, wobei ich nie auf langatmige oder überflüssige Stellen gestoßen wäre. Man merkt einfach, dass Troisi ihr Set erst richten muss. Doch, wie schon angedeutet, das Ende verspricht unglaubliche Spannung und Offenlegung neuer Geheimnisse für die nächsten "Feuerkämpferin"-Bücher.

Wann der 2. Teil erscheint, konnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen, allzu lange wird es aber wohl nicht dauern, da er schon im vergangenen Jahr auf Italienisch erschienen ist. Auf der 3. Teil wartet man allerdings auch dort noch.


Bewertung

Ein Buch, wie wir es von Licia Troisi kennen. Ich brenne auf den 2. Teil, in dem es - nach dem Ende von Band 1 zu schließen - ganz schön zur Sache gehen wird.





Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar dem Heyne-Verlag!

8 Kommentare:

Lisa O hat gesagt…

Das hat ja nicht lange am Stapel geruht :D
Aber fein, dass ich mich auch hier wieder auf was Tolles von Troisi freuen kann - wenn ich auch bezweifle, dass mir irgendwas jemals besser von ihr gefallen wird als die Schattenkämpferin - an das denke ich jetzt noch ständig und es ist sicher schon über ein Jahr her, dass ich den dritten Teil gelesen habe.

Stefanie Emmy hat gesagt…

Nein, das musste gleich gelesen werden *g*

Die Schattenkämpferin ist schon schwer zu überbieten, aber da ich Die Drachenkämpferin nicht gelesen habe, hatte ich bisher nichts zum Vergleichen. Aber man Erwartungen an die weiteren Bände von der Feuerkämpferin sind jetzt, nach diesem Ende, extrem hoch! ;)

Lisa O hat gesagt…

Ich hab nur gehört, dass die Drachenkämpferin nicht so gut sein soll wie die Schattenkämpfern. Für mich gilt das wahrscheinlich umso mehr: Ich mag Assassinen lieber als Drachenkämpfer :D

Ui, jetzt freu ich mich immer mehr, das zu lesen :D

+lol+ meine Wortbestätigung ist wilipoh - erinnert jetzt an einen gewissen Bären xD

Stefanie Emmy hat gesagt…

Das geht mir genauso, Assassinen sind auch äußerst faszinierend :D

(Die Wortbestätigungen sind immer ganz witzig *g* Da bin ich offensichtlich nicht die Einzige, die sich immer Gedanken drüber macht xD)

Lisa O hat gesagt…

Wg. Assassinen freu ich mich auch, wenn ich endlich dazu komm "Der Weg in die Schatten" zu lesen :D

Keine Sorge, ich denk da dauernd dran - wenn die auch so komische Buchstabenkombinationen haben!

Stefanie Emmy hat gesagt…

"Der Weg in die Schatten"? Nochwas weswegen Amazon zu Rate gezogen wird xD

Stefanie Emmy hat gesagt…

Irrtum, kenn ich sogar xD Die englichen Ausgaben der Bücher stehen schon seit längerem auf meiner Wunschliste. :)

Lisa O hat gesagt…

Ich habs auf englisch einmal angefangen - vllt lag's nur an meiner momentanen Einstellung, aber mir war das zu anstrengend, weil man sich da wirklich reinlesen muss. Außerdem sind die Deutschen Ausgaben hübscher +hust+