21. Juni 2010

Andreas Eschbach - Black Out

Klappentext
Christopher ist auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity ist er unterwegs in der Wüste Nevadas. Irgendwo dort draußen muss Serenitys Vater leben, der Visionär und Vordenker Jeremiah Jones, der sämtlicher Technik abgeschworen hat, nachdem er erkennen musste, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen kann. Doch eine Flucht vor der Technik - ist das heute überhaupt möglich? Serenity ahnt bald, auf was und vor allem auf wen sie sich eingelassen hat. Denn der schwer durchschaubare Christopher ist nicht irgendjemand. Christopher hat einst den berühmtesten Hack der Geschichte getätigt. Und nun ist er im Besitz eines Geheimnisses, das dramatischer nicht sein könnte: Die Tage der Menschheit, wie wir sie kennen, sind gezählt.


Inhalt
Serenity Jones weiß nicht, was sie von Christopher halten soll, der so plötzlich - von einem Moment auf den anderen - in ihrem Leben aufgetaucht ist. Er muss unbedingt ihren Vater finden, Jeremiah Jones, ein gesuchter Terrorist. Doch Christopher behauptet, ihm helfen zu können, denn er ist niemand anderer als Computer Kid - der beste Hacker, den die Welt gesehen hat, jener Junge, der vor 4 Jahren das weltweite Bankensystem in einer einmaligen Aktion ausgetrickst hat.

Christopher ist auf der Flucht. Doch insgeheim ist Serenity davon überzeugt, dass er etwas zu Übertreibungen neigt.
Bis Christopher beim Halt an einer Tankstelle von einem Fingerabdruck-Scanner erkannt wird und nur wenige Minuten später vier Hubschrauber hinter ihnen durch die Wüste jagen. Spätestens als Christopher mit einfach unglaublichen Fähigkeiten die fliegenden Verfolger zum Absturz bringt - und das ohne sich von ihrer Seite zu Bewegen oder eine Waffe in die Hand zu nehmen - hat Serenity einfach nur noch Angst. Sie ahnt nicht, was für Entdeckungen Christopher gemacht hat. Entdeckungen, die die Welt, wie sie sie kennt, völlig verändern werden. Dass Christopher einen Chip im Hirn trägt ist da noch die kleinste Offenbarung ...


Meinung
Was für ein Buch! Ich sitze hier, bin noch immer sprachlos und mit den Gedanken völlig in diesem unglaublichen Roman gefangen. Andreas Eschbach ist bekannt für seine guten Bücher, "Black Out" war mein erster Eschbach und wenn die alle so sind, dann hab ich eindeutig eine neue Lesequelle entdeckt.

Schon der Einstieg in diesen Jugend-Thriller, bei dem es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt, ist grandios gelungen und fesselt den Leser sofort an die Seiten. Man hat noch keine Ahnung, um was es eigentlich geht, trotzdem ist da sofort so ein Spannungsgefühl, das einen nicht mehr loslässt.
Christopher ist auf diesen ersten Seiten sehr geheimnisvoll, steckt eigentlich schon Mitten in seiner Odyssee, und obwohl man als Leser noch nicht weiß, was zuvor passiert ist - wie er in dieses Auto zu Serenity und ihrem Bruder Kyle gekommen ist - merkt man sofort: Er ist nervös und das zu Recht. Was man auch wenig später bestätigt bekommt.

Gerade diesen Einstieg, der einen mitten ins Geschehen führt, finde ich in diesem Fall außerordentlich gut gewählt. Man hätte den Roman an vielen Stellen beginnen können, aber kaum eine hätte sofort dieses Gefühl von Aufregung vermittelt wie es sich für einen guten Thriller gehört.
Keine langen Einführungen, keine Charakter-Erklärungen. Das alles kommt später, im Laufe der Handlung. Man erfährt woher Christopher kommt, wie er in den ganzen Schlamassel hineingeraten ist. Der Autor geizt dabei nicht mit Informationen, man hat nie das Gefühl, auf der Strecke zu bleiben oder absichtlich hingehalten zu werden. Das kann sich Andreas Eschbach deshalb leisten, weil er es tatsächlich schafft, immer noch einen draufzusetzten.

Das Thema des Romans ist der Fortschritt, die technischen Weiterentwicklungen, die uns unser Leben immer mehr erleichtert sollen, uns dabei aber eigentlich nur in unseren eigenen Fähigkeiten einschränken. Erwähnenswert ist dabei noch, dass "Black Out" wohl einige Jahre in der Zukunft spielt, etwa 10 Jahre würde ich schätzen.
Wissenschaftlich gesehen ist die Grundfrage des Romans, ob und wie es möglich sein könnte, eine elektronische Schnittstelle, ein Interface, zum menschlichen Gehirn aufzubauen. Es werden dabei einige Theorien angesprochen, die ich vom naturwissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen für äußerst interessant halte - ich kann nicht beurteilen, inwieweit das im Buch Vorgefallenen wirklich möglich ist, aber nachdenkenswert erscheint es mir allemal. Wenn schon nicht vom wissenschaftlichen Blickwinkel aus, dann doch zumindest vom ethisch-moralischen.

Zusammenfassend ein grandios konzipierter Jugend-Thriller, der dem Leser von der ersten bis zur letzten Seite den Atem raubt! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen - musste ich leider - und sitze nun auf unbestimmte Zeit auf heißen Kohlen bis in hoffentlich naher Zukunft der 2. Teil erscheint. Ich muss wissen, wie's weitergeht!


Bewertung
Ich schmeiße nicht gerne mit Aufforderungen in Befehlston um mich, aber bitte bitte lest es! "Black Out" ist großartig!







Nachtrag 22.6.2010:
Gerade habe ich vom Arena-Verlag erfahren, dass der 2. Teil "Hide*Out" voraussichtlich im Sommer 2011 erscheinen wird. Es wird auch noch einen 3. Teil geben und eventuell noch weitere. Auf den letzten Band zu warten bringt also vom jetzigen Standpunkt aus gesehen nicht viel. ^^



Einen herzlichen Dank an den Arena-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

10 Kommentare:

Philia Libri hat gesagt…

Argh! Fani! Das ist jetzt SOWAS von unfair!

Stefanie Emmy hat gesagt…

Hm, was denn? *hüstl*

:DD

Philia Libri hat gesagt…

Und ich habe es schon prophezeit, als du das Buch vorgestellt hast T-T
Du kennst einfach keine Gnade! xD

Stefanie Emmy hat gesagt…

Gnade ist mir völlig fremd! xD
(Ich fürchte, lange muss ich dann auf die Rache nicht warten *g*)

Philia Libri hat gesagt…

Ich plane schon... das nächste Buch wird es wohl nicht sein, aber dann +muhaha+

Stefanie Emmy hat gesagt…

... +angst+ ... xD

Miss Bookiverse hat gesagt…

Wow, da sprudelt die Begeisterung ja richtig aus dir. Mich kann irgendwie weder das Cover noch der Klappentext fesseln, aber ich habe früher viel auf Andreas Eschbachs Website gestöbert, weil der gaaanz viel vom Schreiben erzählt hat und Tipps gegeben, das war immer unheimlich interessant, also können muss der gute Mann schon was ;)

Ich wollte dir übrigens mal sagen, dass ich deine Rezensionen sehr gerne lese. Auch wenn ich das Buch gar nicht kenne (da überfliege ich Rezensionen meist nur leicht, weil ich mir nichts vorwegnehmen will), du schreibst einfach immer sehr interessant über die Bücher, die du gelesen hast, nicht so ein langweiliges "es ist das passiert und das fand ich insgesamt gut/schlecht" blabla ;)

Stefanie Emmy hat gesagt…

Oh, wow, jetzt bin ich direkt rot geworden (und gleich nochmal mindestens 5 cm gewachsen) :D
Vielen vielen Dank für solch ein Lob! Das bekommt man gern zu hören :) Ich bin auch immer noch überrascht, wie sich das ganze mit dem Blog entwickelt hat. Aber es freut mich jedes Mal wieder wenn Kommentare kommen und sich ab und zu auch Diskussionen entwickeln, die es ohne den Blog gar nicht gäbe. :)

(Der Eschbach-Website-Tipp ist übrigens schon notiert. Da muss ich bei Gelegenheit mal reinschauen ... ^^)

Miss Bookiverse hat gesagt…

Gern gern, manche Sachen müssen eben auch mal gesagt werden :)
Ich mag das auch, wenn sich Diskussionen ergeben, aber dazu muss es halt mehr Leute geben, die das Buch schon mal gelesen haben ;)

Ich weiß gar nicht, ob die Eschbach-Seite diese ganzen Tipps noch hat ;D das ist echt schon Jahre her, dass ich das da mal gelesen habe.

Anonym hat gesagt…

Wow cooles Buch ich freu mich schon auf den 2. teil!!!!!