18. September 2010

Elizabeth Scott - Stealing Heaven

Taschenbuch, 284 Seiten
€ (D) 8,95 | € (A) 9,20
ISBN 978-3423714303

Von klein auf ist Danielle, 18, mit ihrer Mutter auf Diebestour quer durch die Vereinigten Staaten. Doch als sie im verschlafenen Badeort Heaven ankommen, ändert sich für Dani alles: Hier möchte sie bleiben, hier möchte sie Freunde finden. Aber niemand darf wissen, wer sie wirklich ist und warum sie mit ihrer Mutter nach Heaven gekommen ist. Als Dani den attraktiven Greg kennenlernt, wird ihre Situation noch komplizierter ... Wird sie jemals das Leben führen können, von dem sie träumt?


Meinung
Danielle kennt nur das Leben mit ihrer Mutter und das besteht aus Einbrüchen und ständigen Ortswechseln. Sie ist nie zur Schule gegangen, hatte nie Freunde oder irgendetwas, das wirklich ihr gehört hat. Als sie in dem Luxusbadeort Heaven landen, ist das für Dani zuerst nur eine weitere Station ihres wandelhaften Lebens, doch dann stellt sie fest, wie leicht es sein kann, eine Freundin zu haben - und wie einfach es ist, sich zu dem jungen Polizisten Greg hingezogen zu fühlen. Sie will es endlich wagen, ein normales Leben zu führen.


"Stealing Heaven" der amerikanischen Autorin Elizabeth Scott ist ein dünnes Büchlein von 284 Seiten, das innerhalb von wenigen Stunden gelesen ist. Und so vorhersehbar die Geschichte auf den ersten Blick scheint, sie ist es gar nicht. Ehrlich, dieses Buch hat mich wirklich überrascht.

Denn besonders prickelnd begonnen hat es meiner Meinung nach nicht. Danielle war mir anfangs nicht sonderlich sympathisch. Sie reagiert manchmal so unvorhersehbar, dass es mir schwer fiel, ihre Beweggründe zu verstehen. Die streckenweise recht holprigen Dialoge, die zu viele unnötige Details und Drumherumgerede beinhalten - teilweise hätte man da sicher ganze Sätze weglassen können -, haben die Sache auch nicht besser gemacht.

Aber ab einem bestimmten Punkt, den ich gar nicht genau benennen kann, hat sich das Buch plötzlich komplett gewandelt - qualitativ gesehen. Die Charaktere, denen zu Beginn jegliche Tiefe zu fehlen schien, entwickeln sich deutlich weiter. Besonders Danielle beginnt, nach und nach aus ihrem gewohnten Leben auszubrechen, kämpft sich von den Vorstellungen ihrer Mutter frei und wagt, das zu tun, was sie sich für sich selbst vorstellt. Am Ende des Buches hat sie eine komplette Entwicklung zu einer selbständigen, jungen Frau durchgemacht, Verantwortung und ihr Leben in die eigenen Hände übernommen.

Danielles Erzählstil (oder der der Autorin) wird durch das Präsens, die Ich-Perspektive und eine sehr nüchterne Tonart geprägt. Gerade gegen Ende, als sich die Handlung in eine völlig unvorhersehbare Richtung zu entwickeln beginnt, macht dies die Geschichte nur umso beeindruckender.

In "Stealing Heaven" steckt schließlich viel mehr, als ich anfangs geglaubt hätte - und sogar Dani, die mir anfangs als Charakter völlig unverständlich war, ist mir dann doch noch ans Herz gewachsen.


Bewertung
"Stealing Heaven" ist ein sehr beeindruckendes Buch - trotz anfänglicher Schwächen. Das perfekte Buch für einen zur Verfügung stehenden Nachmittag.








Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz herzlich bei DTV!

2 Kommentare:

Katha hat gesagt…

Oh. Ich sehe gerade, du liest schon den Perplies. Jetzt werde ich wohl die nächsten Tage nägelkauend hier sitzen und hoffen, dass du nicht enttäuscht sein wirst ;)
Eigentlich wollte ich den Perplies als nächstes lesen, aber wie es aussieht, muss er leider warten, bis ich mit "The Mortal Instruments" Reihe fertig bin ;) *seufz*

Stefanie Emmy hat gesagt…

Also die ersten 20 Seiten waren schon mal richtig gut zu lesen. Ich werd mich gleich wieder reinstürzen ;)

*fg* Das hab ich mir gedacht, da kann man nach dem 1. Teil gar nicht aufhören ;D